Weihnachten bedeutet drei Tage essen, essen, essen. Sobald wir eine große Auswahl unterschiedlicher Gerichte vor uns haben, neigen wir dazu, immer weiter zu essen. Forschende nennen das den Variety Effect.

Ein großer weihnachtlich geschmückter Tisch, vollgestellt mit vielen unterschiedlichen Gerichten oder der bunte Plätzchenteller, mit den vielen verschiedenen Gebäcksorten: Je vielfältiger und größer die Auswahl unseres Essens ist, desto mehr greifen wir zu – auch wenn wir eigentlich keinen Hunger haben.

Der Grund: Der Variety Effect. Den gibt es nicht nur an Weihnachten und an den Tagen davor, sondern überall dann, wenn unsere Essensmöglichkeiten endlos scheinen.

Ist die Auswahl begrenzt und wir können zum Beispiel nur zwischen zwei Gerichten wählen, sind wir eher gesättigt. Denn: Der Variety Effect geht auf eine sensorisch-spezifische Sättigung zurück. Das bedeutet: Wir essen etwas und unser Appetit auf das Gericht nimmt währenddessen ab, es schmeckt uns zunehmend weniger.

Für den Appetit gilt: mehr ist mehr

Das bezieht sich aber nicht auf weitere Gerichte, die noch auf dem Tisch stehen. Das bedeutet: Haben wir keine Lust mehr auf die Hauptspeise, hält uns das nicht davon ab, den Nachtisch zu essen – unser Appetit auf andere Speisen wird nicht beeinflusst.

Britische Forschenden der University of Oxford ist der Varitey Effect schon 1981 begegnet. Seitdem wird ihre Studie als Grundlage für andere wissenschaftliche Experimente genutzt.

"Du kannst den Variety Effect positiv nutzen und mehrere Sorten Gemüse als Beilage auf den Tisch stellen, statt Kartoffeln und Kroketten und Klöße."
Krissy Mockenhaupt, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Wollt ihr euren Appetit über die Feiertage eindämmen, könnt ihr entweder die Auswahl an Gerichten verkleinern oder ihr sorgt für mehr Gemüse beim Festessen. Denn: Ist die Auswahl der Gemüsesorten größer, könnt ihr den Variety Effect für euch nutzen und kalorienarmes Gemüse im Vergleich zum fettigen Weihnachtsbraten essen.

"Wenn du statt 7 Sorten Plätzchen nur ein oder zwei auf den Tisch stellst, dann wirst du tendenziell weniger davon essen."
Krissy Mockenhaupt, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Seid ihr ausreichend satt und möchtet euer Verlangen nach der zehnten Beilage stoppen, hilft es zudem, beim Essen Wasser zu trinken. Dadurch füllt ihr nicht nur euren Magen, sondern ihr könnt damit auch dem Völlegefühl entgegenwirken – die Flüssigkeit wird nämlich schneller verdaut. Ansonsten gilt das Übliche: Auf das tatsächliche Hungergefühl achten und langsam beziehungsweise achtsam essen.