Nervenaufreibende Träume kennen wir seit der Kindheit, aber die letzten Wochen haben das, was nachts in unserem Kopf abgeht, auf ein anderes Level gehoben. Wir besprechen, warum Corona unser Schlaf- und Traumverhalten verändert.

Seit wir nur wenige Freundinnen und Freunde sehen dürfen und Kulturstätten, Bars und Restaurants weitgehend tabu sind, könnten wir eigentlich jeden Abend früh ins Bett gehen und perfekt schlafen. Wären da nicht diese wirren Träume, wie sie beispielsweise Charlotte seit der Corona-Krise jede Nacht begleiten.

Charlotte träumt seit der Corona-Krise anders

Einmal saß sie mit Jens Spahn an einem Tisch, ein anderes Mal musste sie für fremde Personen in London wählen gehen oder besichtigte Scheunen in Mecklenburg-Vorpommern.

"Mein Lieblingstraum war, dass ich in einem Flugzeug saß, das von Berlin Tegel zum neu eröffneten BER fliegen sollte. Wir sind allerdings nicht geflogen, sondern über die Autobahn gerollt."
Charlotte, träumt anders seit der Corona-Krise

Diese Träume klingen witzig, sind für Charlotte aber schon eher lästig und Kräfte zehrend: "Ich wache sehr verwirrt auf und brauche lange bis ich merke, dass der Traum mit meinem Leben nichts zu tun hat." Warum sich ihr Schlaf seit der Corona-Krise so verändert hat und was daran auch positiv ist, erzählt sie uns im Podcast.

Unsere Schlafqualität hat nachgelassen

Christine Blume ist Schlafforscherin und untersucht aktuell, wie der Shutdown der letzten Wochen unseren Schlaf beeinflusst. Die Studie läuft zwar noch, aus den bisherigen Ergebnissen wird allerdings schon klar, dass wir durchschnittlich schlechter schlafen. Um da gegenzusteuern, sollten wir unseren Stress reduzieren, rät die Schlafforscherin.

"Prinzipiell sollten wir Stress reduzieren, dann wird automatisch auch der Schlaf besser. Kleine Dinge helfen schon: Zeit für sich selbst nehmen, an die frische Luft gehen, ein Buch lesen oder etwas Leckeres kochen."
Christine Blume, Schlafforscherin an der Uni Basel

Auf Twitter berichten unter #coronadreams viele Menschen von ihren wirren Träumen, das hat für Christine Blume verschiedene Gründe: Zum Beispiel schlafen wir gerade durchschnittlich mehr und haben auch mehr Zeit zu träumen, zusätzlich wachen wir durch Stress öfter auf und erinnern uns deshalb häufiger daran.

Schlechter Schlaf braucht mehr Zeit

Andrea ist selbstständig und macht sich durch die Corona-Maßnahmen Sorgen um die Zukunft des eigenen Unternehmens. Gleichzeitig hat sie auch einen neuen Job und muss als Aushilfslehrerin ihrer drei Kinder fungieren. All das verschafft Andrea immer wiederkehrende Träume, die nicht besonders schön sind: Sie muss flüchten, Außerirdische bedrohen Menschen auf der Erde oder ihr Mann trennt sich von ihr.

Externer Inhalt

Hier geht es zu einem externen Inhalt eines Anbieters wie Twitter, Facebook, Instagram o.ä. Wenn Ihr diesen Inhalt ladet, werden personenbezogene Daten an diese Plattform und eventuell weitere Dritte übertragen. Mehr Informationen findet Ihr in unseren  Datenschutzbestimmungen.

Darüber schreibt sie auf Twitter und bekommt Zustimmung von Leuten, die auch sehr intensive Träume haben. Da sie manchmal mehrfach nachts aufwacht, muss sie nun früher ins Bett gehen: "Schlechter Schlaf braucht einfach mehr Zeit."

Podcast zur Sendung
  • Ab 21
  • Moderation:  Dominik Schottner
  • Gesprächspartnerin:  Charlotte, träumt anders seit der Corona-Krise
  • Gesprächspartnerin:  Christine Blume, Schlafforscherin an der Uni Basel
  • Gesprächspartnerin:  Andrea Reif, schreibt auf Twitter von ihren Träumen