In der Kanalisation von London hat sich ein gigantischer Fettberg gebildet, der so lang ist wie die Tower Bridge. Wie ist das möglich? Und kann sowas auch bei uns passieren? Unser Reporter Stephan Beuting ist den Fragen nachgegangen.

In Londons Untergrund ist ein riesiger Klumpen aus Fett gefunden worden. Er wiegt 130 Tonnen und ist 250 Meter lang. Der "Fatberg", wie ihn die Londoner nennen, ist damit so schwer wie 19 Elefanten oder zwei Airbusse und so lang wie zwei Fußballfelder. Der Fettberg blockiert ein Abwasserrohr im Osten Londons.

Der Abtransport des Klumpens soll diese Woche beginnen und etwa drei Wochen dauern. Bereits vor vier Jahren wurde schon einmal ein Fettberg im Südwesten Londons entdeckt. Mit nur 15 Tonnen Gewicht war der Klumpen allerdings ein Vielfaches kleiner.

Gefällt 166 Mal, 10 Kommentare - Museum of London (@museumoflondon) auf Instagram: „This is the fatberg that we are hoping to acquire a section of for our collection. The fatberg,..."
This is the fatberg that we are hoping to acquire a section of for our collection. The fatberg, found in a sewer in Whitechapel weighs 130 tonnes (equivalent to 11 double decker buses) and is 250 metres long. Experts say it will take weeks to break up and remove. . Composed of oil, fat, nappies and baby wipes it's a stark reminder of what we waste and how things like this can damage the infrastructure of our cities. Learn more about how we can all live in a more environmentally sustainable way, ensuring the cities of the future are good places to live in our free exhibition The City is Ours and accompanying events from the City Now City Future season. . Visit our website, link in bio, for details. . . . . #fatberg #MuseumofLondon #LondonCollection #CityNowCityFuture #TheCityisOurs #waste #environment

Der letzte Fettberg wurde übrigens doch noch in etwas Gutes umgewandelt. Ein Abfallunternehmen zog das Wasser heraus und verarbeitete die verbleibenden Fette zu Seife und Biodiesel.

Gibt’s bei uns auch Fettberge?

Astrid Hackenesch-Rump von den Berliner Wasserbetrieben gibt - zumindest für Berlin - Entwarnung. In der Hauptstadt sind die Rohe kleiner als in London. Darum kann sich hier nicht so ein Berg bilden, sagt sie.

"Was Privathaushalte betrifft ist das auf jeden Fall ein saisonales Geschäft. Nach Feiertagen merken wir das. Weihnachten beispielsweise ist die Hochsaison für fettreiche Ernährung."
Astrid Hackenesch-Rump, Berliner Wasserbetriebe

Im Abwasser trennt sich das Fett aus den Essensresten vom Wasser. Dann kommt es zu Verseifung und zur Bildung von Säuren. Die Säure stinkt nicht nur, sie macht auch die Kanäle kaputt. Zumindest gegen den Geruch aus dem Kanal kann man aber etwas tun. "Wir hängen Kanaldeos unter die Decke", erklärt Hackenesch-Rump. 

Damit es erst gar nicht zum Fettberg kommt: Fett und Essensreste gehören niemals in den Abfluss, sondern immer in die Tonne!