Butter hat einen beachtlichen Preisanstieg hingelegt. Unser Reporter Stephan Beuting erklärt die Entwicklung und hat jemanden besucht, der auf dieses Fett einfach nicht verzichten kann.

Gut zwei Euro müsst ihr zurzeit für ein Päckchen Butter bezahlen. Jeder Deutsche isst rund 24 Packungen oder sechs Kilogramm Butter im Jahr. Mitte des Jahres 2016 kostete die 250-Gramm-Packung noch rund einen Euro. Dann setzte ein rasanter Preisanstieg ein.

Diese Preisentwicklung verlief abgekoppelt von den Milchpreisen. Solche Veränderungen sind im deutschen Lebensmittelmarkt ungewöhnlich.
Insgesamt ist der Verbraucher nur an Steigerungen im niedrigen einstelligen Prozentbereich gewohnt.

Für den Koch ist Butter unersetzlich

Ein Besuch bei Tobias Becker: Er arbeitet als Koch im Restaurant Maibeck in Köln. Er verbraucht viel mehr Butter als ein Privathaushalt. Durchschnittlich 700 Pakete benötigt er jeden Monat.

Verzichten möchte er darauf nicht. Einen richtigen Ersatz gibt es nicht, findet er. Das kostspielige Fett ist für ihn ein einzigartiger Geschmacksträger. Zur Butter gibt es für ihn bei Saucen und Bratkartoffeln keine Alternativen.

"Butter hat so viele tolle Eigenschaften. Natürlich ist Fett erst mal Geschmacksträger, klar, aber Butter im Speziellen ist einfach faszinierend, in der ganzen Bandbreite, die gibt großartig!"
Tobias Becker, Koch

Zurück zu den Preisen: Im ganzen Jahr 2016 stiegen die Verbraucherpreise in Deutschland, ermittelt vom statistischen Bundesamt, um nur 0,5 Prozent. Beim Butterpreis hat das Bundesamt im vergangenen Jahr einen statistischen Anstieg um 70 Prozent ermittelt.

Grund für die Spezialentwicklung bei der Butter ist, dass die globale Nachfrage nach Milchfetten - insbesondere in China - deutlich angezogen hat. Der Verband der deutschen Milchindustrie spricht wörtlich von einem "heiteren Bild" (siehe PDF, Seite 3). Für die Interessenvertretung vieler Milchbauern ist die zunehmende Nachfrage eine gute Nachricht. So erklären sich die steigenden Preise.

Zwei Produkte, zwei Preise

Butter wird aus Milch gemacht. Warum sind die Milchpreise im vergangenen Jahr nicht auch so deutlich gestiegen? Grund ist, dass die Verträge zwischen Molkereien und Lebensmittelhändlern halbjährlich ausgehandelt werden und die Verträge für Butter deutlich häufiger – alle ein bis drei Monate. Auf Nachfrageschwankungen reagiert der Butterpreis also schneller.

Bei der Milch ist es wieder soweit: Zum 1. November wurden neue Halbjahreslieferverträge geschlossen. Nun könnten auch die Milchpreise leicht steigen. Dafür zeichnet sich bei den Butterpreisen eine Entspannung ab.