Das MSC-Siegel ist in die Kritik geraten, kann aber trotzdem bei der Orientierung helfen. Wer ganz sicher gehen will, isst zurzeit am besten Lachs aus Biozucht, Wildlachs und Hering. Ein Fisch aus der Nord- und Ostsee ist ebenfalls OK.

Mindestens zwei Gruppen von Menschen sollten darauf achten, welchen Fisch sie essen:

  • Die, die ein Interesse daran haben, dass beim Fischfang nicht unnötig andere Fische und Meerestiere getötet werden, und denen der Erhalt des Ökosystems Meer am Herzen liegt.
  • Die, die es für sinnvoll halten, dass es in Jahren und Jahrzehnten weiterhin Fischbestände im Meer gibt.

Wer sich dazu gehörig fühlt oder aus anderen Gründen auf Tierschutz und ökologische Verträglichkeit beim Fischfang achten will, hat einige Möglichkeiten.

MSC-Siegel in die Kritik geraten - trotzdem eine gute Orientierung

Die einfachste ist das MSC-Siegel, das nachhaltigen Fischfang symbolisiert. Das Problem: Es ist in die Kritik geraten, weil es zu schwache Kriterien an die Siegelvergabe anlegt. Britta König vom WWF Hamburg sagt: Für eine schnelle Orientierung sei man mit dem Siegel als Verbraucher noch am besten beraten. Doch auch der WWF fordert Verbesserungen.

Unabhängig vom Siegel: Einigermaßen nachhaltiger Fischkonsum ist möglich.

Lachs

Lachs ist der Fisch, den die Deutschen am meisten essen. In Supermärkten ist zu großen Teil Zucht-Lachs erhältlich, also solcher, der in Fischfarmen speziell für den Verzehr herangezogen wird.

"Da sollten wir auf jeden Fall auf die Bio-Variante zurückgreifen", sagt Britta König vom WWF Hamburg. Denn: Zucht-Lachse werden in Käfigen im Meer gehalten. Alles Futter und auch die Medikamente, die die Fischer erhalten, gelangen so ins Meer. Zudem haben Lachse unter Bio-Bedingungen mehr Platz.

König vom WWF empfiehlt vor allem das Bioland- und das Naturland-Siegel für Zuchtfische. Wildlachs aus Alaska sei eine Alternative. Da seien die Bestände gesund.

Seelachs

Obwohl der Begriff "Lachs" in "Seelachs" vorkommt, hat dieser Fisch nichts mit dem Lachs zu tun, er gehört zur Familie der Dorsche. Seelachs ist ebenfalls ein beliebter Fisch in Deutschland. Weil er häufig aus Alaska kommt und dort die Fischerei gut organisiert ist, gibt der WWF für diesen Fisch ebenfalls ein OK.

Thunfisch

Der Thunfisch ist seit vielen Jahren an vielen Stellen auf der Welt überfischt. Und dessen Fang erzeugt viel unnötigen Beifang, unter anderem auch Delfine. Es gibt aber Thunfische, die recht nachhaltig gefangen werden, zum Beispiel mit der Angel im Westpazifik oder auf den Philippinen. Wer guten Gewissens Thunfisch essen will, sollte sich aber vorher genauer informieren.

Ansonsten...

...ist Hering aus dem Nordost-Atlantik empfehlenswert, Sprotte aus Nord- und Ostsee, Karpfen und Forelle aus deutscher Bio-Zucht.

Die Empfehlungen für einen möglichst nachhaltigen Fischkonsum ändern sich von Jahr zu Jahr. Greenpeace und der WWF bringen deshalb regelmäßig neue Fischführer heraus und aktualisieren ihre Fischführer-Apps.

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