In San Francisco hat die "Black Box" eröffnet, das erste VR-Fitnessstudio der Welt. In einem dunklen Raum setzen sich die Kund*innen eine VR-Brille auf und trainieren, spielen und schwitzen drauflos. Wir haben das Ganze für euch getestet.

Fitness und Computerspiele kombinieren Spielekonsolen schon seit Jahren. Aber so richtig Fitness ist das für manche dann doch nicht wirklich. Vielleicht gefällt diesen Kritikern das Konzept der „Black Box VR Fitness“ besser: In dem real exitierenden Fitnesstudio setzen sich die Kund*innen eine VR-Brille auf und trainieren hinter einem schwarzen Vorhang.

Feuerbälle im Dunkeln

Deutschlandfunk Nova-Reporterin Anorte Linsmayer hat das Ganze für uns getestet. Sie hat sich im Dunkeln mit Feuerbällen bewerfen lassen, völlig ahnungslos, was tatsächlich um sie herum passiert. Die volle Dröhnung an Soundeffekten über die Kopfhörer der VR-Brille katapultierten sie in nullkommanichts in die virtuelle Realität.

"Überstimulation beschreibt mein Gefühl grad am Besten. Aber es funktioniert."
Anorte Linsmayer, Deutschlandfunk Nova-Reporterin

Anorte muss sich so sehr konzentrieren, nicht mit Feuerbällen beworfen zu werden, dass sie die Kniebeugen ganz automatisch macht. Im „normalen“ Leben würde sie diese Kniebeugen niemals machen, gesteht sie. Computerspiele sind so gar nicht ihrs, eine VR-Brille hat sie noch nie aufgehabt, und eine Sportskanone sei sie auch nicht, sagt Anorte. Das Konzept scheint also zu funktionieren.

Computer trackt die Bewegungen

Die "Black Box" Nummer 11 sieht aus wie ein kleines Schlafzimmer. Es gibt einen schwarzen Vorhang, ein relativ großes Fitnessgerät, zwei Bildschirme und natürlich die VR-Brille. An Anortes Handgelenk werden zwei Manschetten befestigt, damit der Computer die Bewegung der Hände erkennt.

An den Wänden der "Black Box" befinden sich Sensoren, die Anorte tracken. In der virtuellen Welt steht sie in einer Arena und wird vom Publikum frenetisch angefeuert. Das soll die Motivation steigern. Der Computer trackt die Bewegungen genau und assistiert bei der Ausführung falscher Körperhaltung sogar genauer als ein echter Trainer.

"Es fühlt sich komisch an"

Trotzdem ist das Ganze sehr gewöhnungsbedürftg, sagt Anorte. Es fühlt sich komisch an, dass das sichtbare Fitnessgerät fehlt.

"Ich fühle mich alles andere als startklar. Ein Fitnesstraining ohne für mich sichtbares Gerät. Echt komisch."
Anorte Linsmayer, Deutschlandfunk Nova-Reporterin
Blick durch die VR-Brille im VR-Fitnessstudio "Black Box" in San Francisco
© Yann Martini
So (links unten) sieht das Ganze durch die Brille betrachtet aus.

Mia ist die Stimme, die Anorte durchs Spiel führt und ihr sagt, was sie tun soll. Sie kann selbst aussuchen, was sie trainieren will: Rudern, Brustmuskelübung, Kniebeugen. Chavi, der real existierende Trainer mit "Black Box Hero"-T-Shirt, assistiert Anorte zusätzlich zur VR-Mia. Und er ist ganz zufrieden mit Greenhorn Anorte.

"You lost the battle. For someone who has never played videogames before, you did pretty well."
Chavi, "Black Box"-Trainer

Anorte geht das alles aber viel zu schnell: "Alles auf Englisch, der laute Ventilator im Raum, die grelle Arena in meinem Blickfeld. Als Computerspielnixblicker bin ich hier echt falsch."

Eine intelligente Maschine

Der Unterschied zum Fitnessstudio, so unsere Testerin: Die "Black Box" bietet Krafttraining an einer Maschine, die sie durch ihre Manschetten ganz genau kennt, ihre Bewegungen analysiert, ihre Kraft misst und ihr daraus ein individuelles Training zusammenstellt.

199 Dollar kostet ein Abo im Monat. Klingt ganz schön viel. Doch in San Francisco ist alles teuer, erklärt Anorte. Zum Vergleich: 35 Dollar kostet ein Boxkurs in einem Fitnessstudio.