Was einen guten Flirt ausmacht, ist unterschiedlich. Manchmal ist es ein Blick, in anderen Fällen ein nettes Kompliment. Eine Stunde Liebe hat euch gefragt, wann es bei euch knistert. Paartherapeut Umut Özdemir erklärt, wie wir dabei Grenzen wahren und was wir aus Flirt-Fails lernen können.

Wie flirten wir erfolgreich? Wie zeigen wir unserem Gegenüber überhaupt, dass wir Interesse haben? Das ist gar nicht mal so einfach, besonders dann, wenn wir einen Menschen nicht gut kennen und flexibel reagieren müssen.

Psychotherapeut Umut Özdemir möchte daher keine Anleitung fürs Flirten geben. Gute Komplimente sollten aber nicht auf die Figur des anderen abzielen, sondern eher auf das Lachen oder eine Eigenschaft, sagt er. Was auf keinen Fall geht, ist Grenzen zu überschreiten – verbal und körperlich – wie es zum Beispiel Pick-Up-Artists machen.

"Am besten erst mal nonverbal aus der Ferne Kontakt aufnehmen: ein Blick, ein Lächeln. Dann schauen, ob es erwidert wird und nicht zu große Erwartungen haben."
Umut Özdemir, Sexual- und Paartherapeut

Feingefühl zeigen

Durch die MeToo-Bewegung um sexualisierte Gewalt hat sich das Flirtverhalten bei manchen verändert. Hörer Yannick erzählt, dass er sich gar nicht traut, eine Frau anzusprechen, weil er nicht als übergriffig empfunden werden will. Wichtig ist da Feingefühl, sagt Özdemir, im Englischen heißt es auch "Read the room". Das bedeutet: Immer darauf achten, wie Aktionen beim Gegenüber ankommen.

"Ich merke schnell, ob man mit der Person flirten kann: durch Wortwitze, Anspielungen, Zweideutigkeit. Wenn der andere meinen Sarkasmus versteht, dann versteht er auch mein Flirten."
Ben, datet gerne Männer

Im Liebestagebuch erzählt Emma von einem Date, mit dem sie im Sommerregen nass wurde. Die beiden wollten es eigentlich langsam angehen, landeten dann aber pitschnass in Emmas Wohnung.