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Tonnenweise werden die toten Fische in Florida angespült. Ein furchtbares Bild. Chemiemüll ist wohl die Ursache für das massenhafte Sterben – er begünstigt nämlich das Wachstum einer kleinen giftigen Algenart.

Sie färbt das Meereswasser vor der Küste Floridas rot: Die Red Tide ist die massenhafte Algenblüte des Einzellers Karenia brevis. Zwar gibt es das Phänomen eigentlich jedes Jahr. 2021 ist die Blüte allerdings besonders stark – genauer gesagt katastrophal.

"In diesem Jahr ist die Alge außer Kontrolle.Florida erlebt gerade tatsächlich eine Umweltkatastrophe", sagt Stefanie Germann. Das Problem mit der Planktonart: Ihr Gift ist für Meerestiere tödlich, berichtet die ARD-Korrespondentin. Die Tiere würden massenhaft verenden. Besonders betroffen ist die Tampa Bay an der Westküste Floridas.

"In diesem Jahr ist die Konzentration der Alge bis zu siebzehnmal so hoch wie beim gemessenen Höchstwert."
Stefanie Germann, ARD-Korrespondentin für die USA

Eine wahrscheinliche Ursache für die extreme Ausprägung des Algenwachstums ist, dass erst im März 2021 eine sehr große Menge flüssiger Chemieabfälle aus der Düngemittelproduktion ins Meer gepumpt worden ist.

Giftabfälle ins Meer gepumpt

Das belastete Wasser enthält Phosphat, Nitrat, Schwefelsäure und Schwermetalle. Es ist außerdem leicht radioaktiv. Abgepumpt wurde das Wasser, weil bei dem riesigen, offenen Abfalllager ein Dammbruch zu befürchten war.

"Im März hat eine große Düngemittelfabrik bis zu 1500-Millionen Liter Phosphatbrühe, Nitrat und Ammoniak in die Tampa Bay geleitet."
Stefanie Germann, ARD-Korrespondentin für die USA

Durch die Brandung gelangt das Gift aus den Algen außerdem in die Luft. Bei Menschen kann das zu Reizungen führen. "Das reizt die Atemwege. Viele Menschen sagen, sie können ohne zu Husten gar nicht mehr raus", berichtet die Korrespondentin. In manchen Küstenorten wird die Bevölkerung aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten.

Eine bewegliche Alge

Für die Küste Floridas sind Red-Tide-Ereignisse, also Algenblüten, in viel geringerem Ausmaß seit Beginn des 19. Jahrhunderts dokumentiert. Stefanie Germann weist darauf hin, dass die Orte der Algenblüte teilweise mit Karten dokumentiert und auch Prognosen über den örtlichen Verlauf der Blüte gemacht werden. Karenia brevis kommt mit bis zu einem Meter stündlich voran. In der Regel schwimmt sie Richtung Licht.

Maßgeblich für die Vermehrungsgeschwindigkeit und das Ausmaß der Red Tide sind eine Vielzahl von Faktoren. Stefanie nennt: Wasserwärme, Sonneneinstrahlung, Strömung und Nährstoffe.

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