Ein Regionalzug fährt vom italienischen Verona Richtung Rosenheim. Klingt idyllisch. Doch für rund hundert Flüchtlinge endet die Reise hinter der Grenze. Lisa Weiß vom Bayerischen Rundfunk war mit im Zug.

11.000 Flüchtlinge sind in 2015 bislang im Süden Bayerns aufgegriffen worden. Das sind mehr als im ganzen Jahr 2014. Sie kommen aus dem Süden Europas und wollen nach Deutschland oder auch weiter in den Norden Europas. Viele kommen mit dem Zug, doch die Fahrt endet oft direkt hinter der Grenze.

Seit Monaten unterwegs

Lisa Weiß saß in einem dieser Züge. In einem Regionalzug von Verona in Norditalien nach Rosenheim im Süden Bayerns. Mit an Bord waren etwa hundert Flüchtlinge - viele aus Eritrea und auch Syrien. "Einer der Flüchtlinge erzählte mir, dass er seit einem Jahr und zwei Wochen unterwegs ist", sagt Lisa. Er sei von Eritrea über Libyen über das Mittelmeer nach Italien geflohen.

In Italien wollte er nicht bleiben. Das gilt auch für viele andere Flüchtlinge: Sie hoffen darauf, dass sie sich im Norden Europas ein Leben aufbauen können. Doch die Vorstellungen bleiben vage. Die meisten Flüchtlinge haben kein klares Bild davon, was sie zum Beispiel in Deutschland erwartet.

"Die Bundespolizei hat sich sehr korrekt verhalten. Doch viele der Flüchtlinge sind ohnehin traumatisiert. Sie waren sehr eingeschüchtert."
Lisa Weiß vom Bayerischen Rundfunk

Der Regionalzug, in dem Lisa saß, wurde in Rosenheim gestoppt und die Türen verriegelt. Nach einer Passkontrolle holte die Bundespolizei die Flüchtlinge dann raus aus dem Zug. Sie wurden kontrolliert, und später wurden ihre Fingerabdrücke genommen. Sie werden dann auf Erstaufnahme-Einrichtungen für Flüchtlinge verteilt.