• Abonnieren
  • Spotify
  • iTunes
  • Google

Wenn Menschen in Beziehungen derart manipuliert werden, dass sie an ihrer Wahrnehmung zweifeln, wird von Gaslighting gesprochen. Janine hat genau das erlebt.

Am Anfang war alles magisch, auf einmal schwankt es, mal ist die andere Person liebevoll, mal distanziert. Es folgen Kritik, Schuldzuweisungen – und das meist von einer Seite. Irgendwann weiß man nicht mehr, was stimmt. Nur, dass man wahrscheinlich schuld ist.

So ungefähr beschreibt Janine das Gaslighting, das sie in gleich zwei Beziehungen erlebt hat. Einmal wurde ihr sogar vorgeworfen, fremdzugehen. Janine sagt, sie habe oft versucht, ihre Gefühle zu spiegeln, aber die Auseinandersetzungen endeten immer damit, dass sie sich entschuldigt habe – nie ihr Partner.

"Das sitzt man am Schluss da, und sagt: Okay, vielleicht werde ich jetzt auch einfach verrückt."
Janine erzählt von ihrer Erfahrung mit Gaslighting

Wie es dazu kam, dass sie irgendwann sogar an ihrer Wahrnehmung gezweifelt hat, und was sie durch eine Therapie über diese Zeit lernen konnte, erzählt sie im Podcast.

Ein Foto von Janine.
© jani_isa // Gedankenkarussell by janiisa Podcast
Janine hat das erste Mal in der Therapie vom Begriff "Gaslighting" gehört. Durch die Erfahrungen hat sie viel über sich gelernt und spricht darüber auch im Podcast "Gedankenkarussell".

Motive sind meist Kontrolle, Verlustangst oder Macht

Paartherapeut Eric Hegmann kennt solche dysfunktionalen Beziehungen aus seiner Praxis. Häufig sei da ein Partner mit stark narzisstischen Anteilen, der versuche, eine emotionale Abhängigkeit zu schaffen oder zu halten.

"Es geht um Macht, es geht um Kontrolle, häufig aus der Furcht heraus, verlassen zu werden, häufig aber auch aus dem Bedürfnis heraus, diese Machtposition ausbauen zu können", so der Therapeut.

"Wenn du selbst dir nicht mehr vertrauen kannst, und der geliebten Person auch nicht mehr, dann schwimmt dir der Boden unter den Füßen weg."
Eric Hegmann, Paartherapeut

Wenn der Bezug zur Realität infrage gestellt wird, kann das in Ernstfällen sogar zu psychischen Erkrankungen führen, sagt Eric Hegmann. Betroffene geraten in eine emotionale Abhängigkeit, leiden an starken Selbstzweifeln.

Dabei entsteht Gashlighting in einer Beziehung nicht immer bewusst. In der Ab 21 erklärt er, was genau beim Gashlighting passiert, welche Beispiele es aus dem Alltag gibt und worauf wir in Beziehungen achten können, damit es nicht so weit kommt.

Lesenswert:

Wissen:

  • Der Begriff wurde durch einen 40er-Jahre-Kinofilm bekannt, der auf einem Theaterstück basiert. In "Gaslight" versucht ein Mann seine Frau in den Wahnsinn zu treiben, indem er immer wieder kleine Details in ihrem Alltag ändert. Wenn sie das dann bemerkt, behauptet er: "Keine Ahnung, was du meinst, ist doch alles wie immer."
  • Die US-amerikanische Psychologin Ramani Durvasula sieht das Prinzip des "Gashlightings" in Beziehungen auch bei Rassismus: Wenn man zum Beispiel Opfern von Diskriminierungen vorwerfe, sie seien zu empfindlich. Die Vorstellung, dass People of Color in den Vereinigten Staaten gleiche und faire Chancen wie Weiße hätten, sei Realitätsverleumdung.
  • Narzissmus nimmt im Alter ab. Das haben zwei Psychologen der Universität Michigan in den USA herausgefunden. Die beiden Forscher sind zu dem Schluss gekommen, dass Menschen mit narzisstischen Zügen im Laufe der Zeit durch ihre Umwelt gezwungenermaßen lernen, dass sie nicht der Nabel der Welt sind.

Meldet euch!

Ihr könnt das Team von Ab 21 über WhatsApp erreichen. Uns interessiert: Was beschäftigt euch? Habt ihr ein Thema, über das wir unbedingt in der Sendung und im Podcast sprechen sollen?


Schickt uns eine Sprachnachricht oder schreibt uns per 0160-91360852.


Wichtig:
Wenn ihr diese Nummer speichert und uns eine Nachricht schickt, akzeptiert ihr unsere Regeln zum Datenschutz und bei WhatsApp die Datenschutzrichtlinien von WhatsApp.