Dieselautos, Benziner oder doch Elektro? Politiker, Automanager und Autofahrer diskutieren über die Zukunft der Mobilität. Fast gar nicht gesprochen wird dabei über den Wasserstoffantrieb. Dabei hat der mittlerweile Serienreife erreicht.

Die deutsche Automobilindustrie hängt in Sachen Elektroantrieb hinterher: Tesla, Toyota und andere haben hier die Nase vorn. Dafür werkeln aber die deutschen Autobauer schon seit Jahrzehnten an der Brennstoffzelle, sie könnten in Serienproduktion gehen. Die Brennstoffzelle ist sogar praktischer als ein Elektroantrieb: Wir fahren drei Minuten zum Tanken, dann können wir 500 bis 1000 Kilometer unterwegs sein. Und anschließend tanken wir wieder drei Minuten.

"Noch fehlt die Entscheidung für die Massenfertigung."

"Die Autoindustrie hat fertige Systeme", stellt Birgit Scheppat, Professorin für Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Technologie, fest. In der Brennstoffzelle wird Wasserstoff in Energie umgesetzt, mit der ein Elektromotor betrieben werden kann. Durch die Reaktion von Wasserstoff und Sauerstoff entstehen neben der Energie nur Wärme und Wasser, das sich leicht entsorgen lässt.

Die Brennstoffautos sind noch teuer

Daimler will dieses Jahr seinen ersten Geländewagen mit H2-Antrieb auf den Markt bringen, BMW plant ab 2021 eine kleine Serie mit Fahrzeugen, um dann 2025 so richtig loszulegen. Dabei dürfte es sich am Anfang eher um teure Fahrzeuge aus dem Spitzensegment handeln - die Spezialität der deutschen Autoindustrie. Aber die Brennstoffzelle ist in ihrer Größe variabel, sie passt sowohl ins kleine Stadtauto als auch in den fetten Laster.

65.000 Euro für den Brennstoff-SUV

Die Preise für das Brennstoffauto sind von der Serienproduktion abhängig. Das Brennstoffzellen-Auto von Hyundai, ein SUV-Modell, kostet etwa um die 65.000 Euro, die Limousine von Toyoto kostet noch mal circa 10.000 Euro mehr. "Sobald die Serieproduktion läuft, werden die Preise drastisch runter gehen", sagt Scheppat.

"Toyota und Hyundai sagen: Sie besetzen den Markt. Ich denke, die Deutschen sollten nicht mehr so lange zögern."
Birgit Scheppat, Professorin für Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Technologie

Allerdings hätten die Wasserstoffautos erst mal dasselbe Problem wie Fahrzeuge mit Elektroantrieb: Das Tankstellennetz ist eher überschaubar. Zum Vergleich, in Deutschland gibt es etwa:

  • 14.000 normale Tankstellen
  • 3000 Ladestationen für E-Autos
  • 30 Wasserstofftankstellen

Bis ins Jahr 2023 sind mit der Initiative H2 Mobility bundesweit dann 400 Wasserstofftankstellen geplant. "Die deutsche Autoindustrie wartet noch auf die Infrastruktur", sagt Birgit Scheppat. Denn ohne Tankstellen gebe es nur enttäuschte Kunden.

Trotzdem: "Im Jahr 2020 werden viele diese Fahrzeuge auf dem Markt sehen", sagt Birgit Scheppat