Wenn Familien illegal in die USA einwandern, landen die Eltern im Knast und die Kinder werden in spezielle Lager gesteckt. Nach viel Kritik müssen die Kinder wieder zu Mutter oder Vater gebracht werden - doch das geht gehörig schief.

Zumindest die kleinsten Kindern sollen wieder zu ihren Eltern gebracht werden. Ein Gericht in Kalifornien hat das Vorgehen der US-Behörden gestoppt und außerdem 14 Tage Zeit gegeben, die Familien wieder zusammen zu bringen. Doch kurz vor Ablauf dieser Frist stellen die Behörden fest: Das schaffen wir nicht.

In den vergangenen Wochen wurden 2500 Minderjährige von ihren Familien getrennt, 102 davon jünger als fünf Jahre. In vier Fällen sind die Kinder wieder zu ihren Eltern gekommen, auf den letzten Drücker klappt es vielleicht noch in 50 weiteren Fällen - doch bei 20 Kindern wird die Familienzusammenführung noch eine ganze Weile dauern.

"Bei der Trennung von Eltern und Kindern hat es ein ziemliches Chaos gegeben."
Ronald Menn, Deutschlandfunk Nova

Das hat verschiedene Gründe. Einige der Eltern sind schon längst wieder abgeschoben worden und mussten die USA verlassen, während die Kinder immer noch in den Lagern untergebracht sind. Und dann gibt es noch ganz extreme Fälle, in denen das verantwortliche Heimatschutzministerium zugegeben hat, dass es überhaupt keinen Schimmer hat, wo die Eltern des Kindes sein könnten. "Es könnte sogar sein, dass es sich gar nicht um illegale Einwanderer handelt, sondern um US-Bürger", sagt Ronald Menn von Deutschlandfunk Nova.

Behörden prüfen die Eltern

In wieder anderen Fällen weigern sich die Behörden, die Kinder herauszurücken: Sie wollen erst prüfen, ob der Vater oder die Mutter eine kriminelle Vergangenheit haben und ob es wirklich eine so gute Idee ist, ob das Kind zu ihnen zurück kommt. "In einigen Fällen gab es wohl auch schon Hinweise auf schwere Straftaten und Misshandlung", so Ronald Menn. Will heißen: Gewalt gegen Kinder, Kinderschmuggel, Drogenvergehen. 

Außerdem wollen sie auch sicher gehen, dass die Kinder auch tatsächlich zu ihren leiblichen Eltern gebracht werden: Laut Justizministerium hat sich in fünf Fällen auch schon rausgestellt, dass die Erwachsenen gar nicht wie behauptet die biologischen Eltern des Kindes sind

"Die Behörden sagen: 'Dieses Verfahren ist nicht besonders schnell, aber es ist gut fürs Kind."
Ronald Menn, Deutschlandfunk Nova

Bei all diesen Verschleppungen und guten Vorsätzen bleibt aber der Fakt: Es gibt eine gerichtlich festgesetzte Frist. Die sei kein freundlich gemeinter Vorschlag, so der Richter, sondern absolut verbindlich. Für Fristverlängerung seien wirklich gute Gründe nötig.

Tausende Kinder warten noch

Und die Uhr tickt schon wieder, die nächste Frist droht abzulaufen. Da geht es dann um mehr als 2000 ältere Kinder und Jugendliche, die zurück zu ihren Eltern wollen. Ronald Menn von Deutschlandfunk Nova stellt fest: "Also noch eine Menge Arbeit für die Behörden."

Übrigens: Wenn die Familien wieder zusammen kommen, sind sie noch lange nicht auf freien Fuß. Sie werden nicht mehr getrennt, werden nun aber gemeinsam eingesperrt. Das alles gehört zu Donald Trumps Null-Toleranz-Politik, mit der die US-Behörden gegen Einwander an der Südgrenze zu Mexiko vorgehen.

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