Wasserdiebstahl ist in manchen Ländern ein echtes Problem. Bei uns bisher eher nicht, aber in manchen Regionen wurde das Wasser im Sommer knapp. Und beim Recycling gibt es Luft nach oben.

Wasserdiebstahl, also illegale Wassergewinnung, ist in vielen Teilen der Welt ein Alltagsphänomen. Ein internationales Team an Wissenschaftlern hat Beispiele in den USA, Spanien und Australien untersucht und versucht, Gegenmaßnahmen systematisch zu bewerten.

Die Forschenden haben für ihre Studie mit Interpol zusammengearbeitet. Die Behörde nimmt an, dass weltweit jährlich 30 bis 50 Prozent der Wasserressourcen gestohlen werden. In Spanien werden beispielsweise nachts illegal Wasserlöcher sehr tief in die Erde gebohrt, um auf Grundwasser zu stoßen. Vermutlich gibt es in dem Land Hundertausende dieser illegalen Brunnen.

"Wasserdiebstahl ist in diesen Gegenden ein Problem, weil aus den knappen Wasserreserven mehr Wasser entnommen wird – irgendwann ist keines mehr da."
Teresa Nehm, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Die größte Trinkwasserquelle in Deutschland ist das Grundwasser. 70 Prozent wird aus diesem Reservoir gewonnen. Bislang gibt es keine Wasserknappheit in Deutschland, aber mancherorts gibt es Probleme, die mit den sehr trockenen letzten zwei Jahren zusammen.

"Auch dieses Frühjahr war niederschlagsarm, die Grundwasserreserven konnten sich nicht überall erholen und die Böden sind an der Oberfläche ausgetrocknet."
Teresa Nehm, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Betroffen sind hauptsächlich Gegenden im Osten Deutschlands, aber auch in Rheinland Pfalz oder in Bayern. Im Sommer 2020 gab es in einigen kleinen Gemeinden einen richtigen Engpass an Wasser, weil viele Menschen ihren Urlaub zu Hause verbracht haben.

Recycling als Option

Für Gartenbewässerung und Planschbecken hätten die lokalen Wasserreserven nicht gereicht. Mancherorts musste Wasser aus Nachbargemeinden eingefahren werden. Grundsätzlich lasse sich auch Wasser recyceln, Abwasser zum Beispiel. DAs erklärt Jörg E. Drewes, er lehrt Siedlungswasserwirtschaft an der technischen Universität München

"Lokal ist die Ressource Klärwasser verloren. Wenn wir diese lokalen Wasserkreisläufe schließen, können wir dieses Wasser mehrfach nutzen"

Weiteres Sparpotential zeigt sich beim Brauchwasser. Trinkwasser zum Gießen, zum Fahrradputzen oder zum Wischen zu verwenden, ist eigentlich pure Verschwendung, findet unsere Kollegin Teresa. Jörg E. Drewes kann sich sogar den Aufbau einer eigenen Brauchwasserverteilung vorstellen.

"Wir benutzen nur eine Qualität für eine Vielzahl von Nutzungen. Auch die Toilette wird mit Trinkwasser gespült."

Brauchwasser könnte noch stärker als bisher in der Industrie zum Kühlen verwendet werden und in der Landwirtschaft. Die deutsche Bevölkerung sei mit Wasser aber schon recht sparsam, meint Teresa Nehm.

"Laut Umweltbundesamt verbrauchen Bürgerinnen und Bürger durchschnittlich täglich 120 Liter. Vor 30 Jahren waren es noch 20 Liter mehr."
Teresa Nehm, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin