Nach der Flutkatastrophe haben etliche Freiwillige die Menschen in den betroffenen Orten unterstützt. Doch: Nach mittlerweile fast zwei Monaten müssen die meisten von ihnen in ihren Alltag zurück. Ihnen fällt es schwer zu gehen, denn es braucht weiter Helfende.

Bei der Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz haben viele ihre Heimat und teilweise auch geliebte Menschen verloren. Von den schrecklichen Bildern bewegt, sind hunderte Menschen in den Tagen nach der Katastrophe in die Flutgebiete gekommen, um zu helfen.

Heute, fast zwei Monate später, ist es ruhig geworden in den Orten. Dort, wo etliche Helferinnen und Helfer die Häuser und Straßen gemeinsam mit den Betroffenen von den Schlammmassen befreit haben, stehen heute die Anwohnerinnen und Anwohner so gut wie alleine in den Rohbauten ihrer ehemaligen Häuser.

"Hunderte Menschen haben hier Schlamm geschippt und den Estrich aus den Häusern rausgestemmt. Jetzt verwandeln sich die Dörfer nach und nach in Geisterorte."
Felicitas Boeselager, Landeskorrespondentin für Nordrhein-Westfalen

Viele der freiwilligen Helferinnen und Helfer haben sich in den vergangenen Wochen freigenommen von ihrer Arbeit, um die Menschen in den Flutgebieten zu unterstützen. Sie müssen jetzt nach und nach wieder in ihre Jobs und in ihren Alltag zurück, sagt Felicitas Boeselager. Als Landeskorrespondentin für Nordrhein-Westfalen begleitet sie seit der Flut die Gebiete entlang der Erft und im Ahrtal.

Das Gefühl von Verbundenheit

Jetzt zu gehen, würde vielen der Helfenden aber schwerfallen. In den Tagen und Wochen, in denen sie gemeinsam mit den Betroffenen die Schuttberge und Schlammmassen aufgeräumt haben, sind Freundschaften entstanden, erzählt die Landekorrespondentin. Viele der freiwilligen Helfenden fühlen sich den Menschen und den Orten verbunden und möchten den Betroffenen weiter an den Wochenenden unter die Arme greifen.

"Den meisten Helferinnen und Helfern fällt es schwer zu gehen."
Felicitas Boeselager, Landeskorrespondentin für Nordrhein-Westfalen

Neben dem Entkernen der Häuser werden sie auch an Versorgungsstationen weiter gebraucht, um Essen in den Regionen zu bringen und dort zu verteilen. Und auch für die Psyche der Menschen ist es gut, wenn sie Menschen haben, die sie unterstützen, sagt Tina Hupperich von der Helferstation in Kreuzberg an der Ahr.

Jetzt: Vor allem Handwerker*innen gesucht

Neben den Laien werden in den Flutgebieten jetzt vor allem auch Handwerkerinnen und Handwerker gebraucht, die zum Beispiel Heizungen installieren, Elektrik verlegen oder Dächer aufbauen können. "Man muss sich vorstellen, dass die meisten Häuser komplett entkernt wurden. In den Häusern ist nichts mehr: kein Kabel und kein Rohr", sagt Felicitas Boeselager.