Ihr, die "Transformational Natives", seid zwar keine Rebellen, dafür werdet ihr aber unsere Gesellschaft stärker als frühere Jugendgenerationen verändern.

Christian Schuldt sagt, "die Jugend gibt es nicht mehr". Der Autor der Jugendstudie "Youth Economy" des Zukunftsinstituts wirft einen neuen Blick auf die Jugend. Jugendliche seien keine homogene Bewegung mehr, sondern sie verbinden flexibel verschiedene Lebensstile. Genauso flexibel sei auch der Begriff "Jugendlichkeit" geworden, denn mit Alter habe das nichts mehr zu tun. Weil Ältere zum Teil jugendlicher leben als die Jugendlichen selbst. Das führt den Systemtheoretiker zur der nächsten Annahme der "flüssig" gewordenen Jugend - der "Liquid Youth".

Christian Schuldt definiert demnach nicht den Begriff Jugend mit empirischen Daten, sondern beschreibt "das jugendliche Wesen und Wirken in einem größeren Rahmen". Den bildet unser gesellschaftlicher Wandel durch Digitalisierung und demografischer Wandel.

"Heutige Jugendliche sind nicht nur Digital Natives, sondern sie sind Transformational Natives. Sie verbreiten mit den neuen Kommunikationsmöglichkeiten, neue Denkmuster, die unsere Gesellschaft prägen werden."
Christian Schuldt, Systemtheoretiker

Der Forscher glaubt, dass die "Transformational Natives" kollektive Lösungen für den gesellschaftlichen Wandeln entwickeln werden. Netzwerken ist das Schlagwort. "Es gibt heute schlichtweg keine Feindbilder mehr gegen die man sich positionieren muss. Gleichzeitig finden neue, subtilere und auch digital angetriebene Abgrenzungen statt," erklärt Christian Schuldt.

"Die Jugendlichen schwimmen nicht gegen den Strom, sondern sie surfen auf den Wellen des Wandels."
Christian Schuldt, Systemtheoretiker

Die bisherige Jugendforschung habe die Jugend aus der Erwachsenenwelt als Problem beobachtet, das es zu lösen gelte, sagt Christian Schuldt. Dagegen habe er in seiner Studie versucht, sich auf die positiven Potentiale der Jugend zu konzentrieren und die Frage gestellt: "Welche gesellschaftlichen Probleme werden von den Jugendlichen gelöst?" Der Forscher beschreibt beispielsweise die Jugend mit einem bereits verankerten Nachhaltigkeitsbewusstsein: "Digitalaffine Jugendliche sind Vorreiter dieser Sharing-Mentalität, die stark vom Megatrend Konnektivität profitiert."