Am 26. Juli 2019 startet in New York der "Fortnite World Cup". Es soll das größte Turnier aller Zeiten werden. Größer noch als die Fußball-Weltmeisterschaft oder die Olympischen Spiele. Das sagen zumindest die Veranstalter. Unter den antretenden Spielern sind zahlreiche Minderjährige.

Allein während der Qualifikation haben 40 Millionen Spieler teilgenommen. Klar, das war nicht alles auf eSport-Spitzenniveau, sagt unser Spieleexperte Thomas Ruscher. Für die Qualifikationsrunden hätten auch er und Moderatorin Diane Hielscher sich anmelden können. Aber die Zahl an sich ist schon beeindruckend. Beim Finale in New York tritt aber wirklich die Spitzenklasse des eSports an. Dort werden sich die 200 besten Fortnite-Spieler der Welt vor 24.000 Zuschauern vor Ort und ein paar Millionen im Stream messen.

Bei Fortnite geht es darum, auf einer Insel Waffen und Ausrüstung zu sammeln. 100 Spieler springen gleichzeitig über dieser virtuellen Insel ab. Waffen und Ausrüstung dienen dazu, sich gegenseitig zu bekämpfen. Der letzte Überlebende hat die Partie gewonnen. Fortnite, sagt Thomas Ruscher, ist quietschbunt, meistens voller Chaos und deshalb auch ziemlich kurzweilig und lustig. Jede Partie dauert maximal 25 Minuten. Wer rausfliegt, kann also ziemlich schnell wieder in einer neuen Runde mitspielen.

Auch deutsche Spieler dabei

Bei der Weltmeisterschaft gibt es natürlich keinen zweiten Versuch. Die 100 Einzelspieler und die Spieler der 50 besten Teams dürfen sich keine Patzer erlauben, denn es geht um richtig viel Geld: Insgesamt 30 Millionen Dollar sind ausgelobt. Allein der Gewinner in der Königsklasse der Einzelspieler kassiert drei Millionen Dollar für einen Sieg.

Der deutsche Vorzeigespieler heißt Lion "Lyght" Krause und ist 13 Jahre alt. Weil er sich mit seinem Team GamerLegion ins Finale gezockt hat, bekommt er bereits ein Preisgeld von 50.000 Dollar. Keine Ausnahme bei der WM in New York, denn die jungen Spieler haben die alten Hasen ganz schön aus der Qualifikation rausgedrängt. Für Lion Krause ist das ganze auch nicht einfach nur ein Spiel, sondern richtiger Sport. Bis zu zwölf Stunden trainiert er am Tag, sieben Tage die Woche. Dazu gehören Aufwärmen, Analyse, Einzeltrainings und so weiter. In einer Reportage des Y-Kollektiv bezieht er klar Stellung: Das, was er jetzt tut, ist sein Traumjob. Jeden Tag acht Stunden im Büro zu arbeiten, wäre ihm zu langweilig.

"Mein Ziel war es immer so, nie normal arbeiten zu müssen. Einfache Leute, die gehen morgens ins Büro, arbeiten acht Stunden, langweilig, kommen nach Hause sind angepisst, das über Jahre – Find ich nicht so cool."

Mit seinen 13 Jahren hat Lion Krause noch eine große Karriere vor sich, denn er kann bestimmt noch gut zehn Jahre auf Spitzenniveau zocken, erklärt Thomas Ruscher. Erst mit Mitte 20 werden die Reflexe zu langsam, um mit dem Nachwuchs im eSports noch mithalten zu können.

Die Preisgelder für die Weltmeisterschaft kommen von Epic, das ist die Firma, die Fortnite erfunden hat. Und die können sich das auch gut leisten. Denn Fortnite macht zirka 200 Millionen Dollar Umsatz pro Monat. Epic selbst macht mit dem Spiel Milliarden-Gewinne. Und die sind daran interessiert, dass das auch so bleibt. Denn der Spielemarkt ist schnelllebig, überall kann der nächste Kracher lauern – Und dann ist Fortnite eben nicht mehr das Spiel, das alle spielen. Mit regelmäßigen Turnieren, Profispielern, jubelnden Fans und Merchandise soll sich Fortnite aber als wichtiger eSport etablieren, sagt Thomas Ruscher, und noch viele Jahre Gewinne schaffen: "Da kann man schon mal 30 Milliarden Dollar an Preisgeldern in so ein Megaevent stopfen."