Der Fotograf York Hovest hat akut bedrohte Urvölker am Amazonas besucht. Monatelang ist er durch Peru, Brasilien, Venezuela und Ecuador gereist und hat die Völker am Ufer des Amazonas bei ihren Ritualen und im Alltag beobachtet.

Hundert Tage war der Fotograf York Hovest in Südamerika unterwegs. Der wasserreichste Fluss der Erde führt durch das größte tropische Regenwaldgebiet der Welt. Große Teile dieses Gebiets sind nahezu unerforscht - dort leben noch wenige indigene Völker, und das auf sehr traditionelle Art und Weise. Für sein Buch "Hundert Tage Amazonas. Meine Reise zu den Hütern des Waldes" hat Hovest mit seiner Kamera faszinierende Momente dieser Reise eingefangen.

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York wollte die Völker besuchen, die noch im Einklang mit der möglichst unberührten Natur stehen. Nach unserem Verständnis für materielle Dinge besitzen sie nichts. Ohne moderne Medien, Supermarkt und ÖPNV zu leben ist für diese Menschen aber überhaupt kein Problem, sagt York.

"Diese Menschen leben wie vor 1000 Jahren. Für uns vielleicht ein bisschen primitiv, aber in deren Welt ausgeglichen und vollkommen."
York Hovest, Fotograf

Beim Eintreten in das Reich des Waldes gebe es für die Fremdkörper wie ihn, die von außen in das System eindringen, kein feststehendes Begrüßungsritual, also kein herzliches Handschütteln oder so. Er musste sehr behutsam vorgehen: Gegenseitiges scanne, viel Gestik, viele Handzeichen.

"Wenn man auf den ersten Bewohner der indigenen Bevölkerung trifft, sollte man sich erst mal auf den Boden hinsetzen und sich mit einer gehörigen Portion Abstand begutachten."
York Hovest, Fotograf

Positiv hat York vor allem seine Ernährung während seiner Reise in den Urwald in Erinnerung. Hauptnahrungsquellen seien die Yuca- und Maniokwurzel gewesen. Außerdem Früchte wie Papaya und Mango. Darüber hinaus gebe es nur noch Fisch und Fleisch.

"Der Verzicht auf all das, was wir kennen, ist eine Bereinigung für den Organismus. Man entgiftet sich total und passt sich den Gegebenheiten des Waldes an."
York Hovest, Fotograf

Das sei eine tolle Erfahrung für den eigenen Körper. Er habe schnell gemerkt, dass er nicht mehr so viel von den Insekten gestochen wurde wie in den ersten Tagen seiner Reise. Weil der Körper nicht mehr so übersäuert ist.

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