Nicolas Sarkozy nimmt einen neuen Anlauf auf das Präsidentschaftsamt in Frankreich. An den nächsten beiden Wochenenden wählen die Konservativen ihren Kandidaten.

Der Wahlkampf in Frankreich war auch vor dem Sieg von Donald Trump in den USA von Populismus geprägt. Allerdings hat diese Entwicklung jetzt neuen Antrieb erhalten, sagt unser Korrespondent Jürgen König. Vor allem weil bei den Konservativen Vorwahlen anstehen: Zur Wahl stehen Nicolas Sarkozy und Ex-Premier Alain Juppé. Der Sieger dieser Vorwahlen könnte in der Stichwahl gegen Marine Le Pen vom Front National antreten.

"Der Front National hat auch früher schon für nationale Alleingänge gekämpft, hat sich gegen die EU gestellt, gegen Zuwanderung. Diese Tonlage hat sich auch Nicolas Sarkozy schon früh angeeignet."
Jürgen König, Korrespondent in Paris

Egal wen die Konservativen wählen: Gegen beide dürfte Marine Le Pen keine Chance haben, sagt Jürgen König. Mit anderen Worten: In den Vorwahlen könnte schon der künftige Präsident gekürt werden. Es gibt allerdings ein Problem: Bei den Linken in Frankreich ist Sarkozy absolut verhasst. Und deshalb haben große Teile der Linken verkündet, sie wollen an den Vorwahlen teilnehmen und für Juppé stimmen, damit auf gar keinen Fall Sarkozy ins Rennen geschickt wird.

Juppé bringt neue Töne

Deshalb versucht Nicolas Sarkozy im rechten Lager auf Stimmenfang zu gehen. Dazu nähert er sich der Wortwahl der Front National Anhänger an. Er bezeichnet sich zum Beispiel als "Candidad Anti-System", also als ein Kandidat, der auf die Stimme des Volkes hört und sich gegen das System stellt. Die gleiche Bezeichnung nutzt auch Marine Le Pen für sich. Im Gegensatz zu Sarkozy stellt sich Juppé gegen den Populismus. "Wer populistisch redet, belügt die Menschen", ist so etwas wie sein Wahlkampfmotto. Im Mittelpunkt seines Wahlkampfes steht die glückliche Identität Frankreichs.

"Damit meint Juppé ein Frankreich des Zusammenhalts über religiöse, über ethnische Grenzen hinweg. Aus dem Mund eines Mannes, der Präsident werden will, ist das in Frankreich was Neues."
Jürgen König, Korrespondent in Paris

Derzeit führt Alain Juppé leicht vor Sarkozy. Wer aber als Präsidentschaftskandidat ins Rennen gehen wird, lässt sich kaum vorhersagen. Denn es ist einfach nicht klar, wie hoch die Wahlbeteiligung an den Vorwahlen am Wochenende sein werden.

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