Dass Frauenfußball ständig mit dem von Männern verglichen wird, kann Jens Kirschneck nicht nachvollziehen. Er findet die Entwicklung im Frauenfußball toll und sagt: Der Sport funktioniert aus sich heraus.

Jens Kirschneck vom Fußball-Magazin "11 Freunde" interessiert sich für Frauenfußball, verfolgt auch die WM in Kanada, hat sogar mal drei Jahre lang die Sonderbeilage "11 Freundinnen" betreut. Die gibt es inzwischen aber nicht mehr.

Obwohl er eine taktische Angleichung der Frauen an die Männer feststellt, hält er nichts von ewigen Vergleichen. Dass der Männerfußball viel größer ist, ist für ihn einfach erklärbar, schließlich fehlen den Frauen rund 60 Jahre Entwicklungszeit. Erst in den 70er-Jahren hätten Frauen mit dem Fußballspielen begonnen - und seien dafür zu Anfang von den Männern massiv beschimpft worden.

"Die meisten Nationalspielerinnen gucken sich auch lieber Männerfußball an. Mit dem Vergleich tun wir uns aber keinen Gefallen. Frauenfußball ist ein Sport, der aus sich heraus funktioniert."
Jens Kirschneck

Außerdem stünde der Frauenfußball in Deutschland ja gar nicht schlecht da, wenn als Referenz nicht der Männerfußball, sondern zum Beispiel Männerhandball oder -basketball genommen würde. Auch leben können die Spielerinnen vom Sport, sie verdienen nicht schlecht. Es ist aber bei Weitem nicht so viel, dass sie nach ihrer Fußballkarriere so viel Erspartes hätten, nicht mehr arbeiten zu müssen.

Jens Kirschneck sieht eine positive Entwicklung des Frauenfußballs von Turnier zu Turnier und plädiert für Entspanntheit: Nicht immer bei den Männern gucken. Lieber für sich ein Schritt nach dem anderen gehen.