Die gesetzlich verankerte Frauenquote ist jetzt zwei Jahre alt. Aufsichtsrätin Fränzi Kühne schätzt für uns ein, was sie gebracht hat und bringen wird.

Fränzi Kühne hat seit 9 Jahren selbst eine Agentur. Seit kurzem ist die 34-Jährige das jüngste weibliche Aufsichtsratsmitglied eines börsennotierten Unternehmens in Deutschland - bei Freenet. Ein Job, den sie nach eigener Einschätzung bekommen hat, weil sich das Unternehmen im Aufsichtsrat beim Thema Digitalkompetenz verstärken wollte. Allerdings spielte auch die Frauenquote eine Rolle, wie sie kürzlich Sven Preger in "Eine Stunde Talk" verraten hat. 

"Ich glaube, ich habe bisher alles richtig gemacht."

Die 34-Jährige selbst gibt immer mehr als 100 Prozent im Job, sagt sie. Das erwartet sie aber auch von Kollegen. Als Chefin hat sie natürlich schon viele Mitarbeitergespräche geführt, wobei Begriffe wie Frauenquote für sie nie eine Rolle gespielt haben, im Gegenteil - dieser Begriff sei ihr als Unternehmerin total fremd.   

"Ich gucke nicht, ist das ein Mann oder eine Frau, die da vor mir sitzt. Sondern: Welche Projekte hat die Person schon gemacht?"

Männer fördern gerne Männer

Zwei Jahre nach Einführung der Frauenquote zieht Frauenministerin Katarina Barley zwar eine in Teilen positive Bilanz: Der Frauenanteil habe sich von 22,9 auf 27,3 Prozent gesteigert. Dennoch sieht sie das Ziel noch lange nicht erreicht.   

"Wir sehen, dass da, wo kein Druck ausgeübt wird, auch nichts passiert."

Mit der Frauenquoten-Bilanz des Familien- und Justizministeriums ging auch die Forderung einher, dass mehr in den Vorständen getan werden müsse. Eine konkrete Quote hält Fränzi Kühne aber für einen zu großen Eingriff in die unternehmerische Freiheit. Besser wäre es, sagt sie, im mittleren Management anzufangen und Frauen dort schon zu fördern. 

Aber warum sitzen dort so wenige Frauen, wollte Moderator Ralph Günther wissen. Etwa, weil das der Zeitpunkt ist, zu dem Frauen Kinder bekommen?

Das glaubt die Mutter eines kleinen Kindes nicht. Sie sieht die Gründe eher darin, dass es für Frauen schwer ist, aufzusteigen, weil sie nicht befördert werden. 

"Im mittleren Management sitzen viele Männer. Gleiches befördert Gleiches gern."
Fränzi Kühne über den Frauenanteil in Unternehmen

Für die Zukunft glaubt Fränzi, dass sich die Unternehmen in Deutschland zunehmend divers aufstellen - wie sie sagt - also dass das Thema Frauenquote immer weniger eine Rolle spielen wird. Ihrer Einschätzung nach wird sich in zehn Jahren schon einiges getan haben. Und in fünfzehn Jahren werde das Thema sogar ganz erledigt sein.