Freizeit ist nicht unbedingt ein Vergnügen: Eine Studie findet, dass die Deutschen auch außerhalb des Jobs ihre Zeit durchtakten – und wirklich viel Fernsehen.

Der Freizeit-Monitor dokumentiert, welchen Tätigkeiten die Deutschen außerhalb der Arbeitszeit nachgehen. Dafür hat die Stiftung für Zukunftsfragen im Juli 2018 rund 2000 Personen befragt. Jetzt hat sie ihre Studie veröffentlicht.

Ihr zufolge sind die beliebtesten Freizeitaktivitäten der Deutschen: Fernsehen, Radio und Musik hören, Telefonieren und Internet. 95 Prozent der Bundesbürger schalten mindestens einmal in der Woche ihren Fernseher ein. Das Dichten als Freizeitbeschäftigung landet mit Musizieren und Malen auf dem vorletzten Platz. Ganz unten im Ranking steht das Faulenzen. Nur 51 Prozent geben an, dies regelmäßig zu tun. Auf die Frage, was die Befragten in ihrer Freizeit gern häufiger machen würden, landet Faulenzen allerdings auf Platz vier.

Verdichtete Freizeit

Im Durchschnitt üben wir pro Woche 23 verschiedene Freizeitaktivitäten aus. Das sind doppelt so viele wie noch vor 20 Jahren. Verdichtung gibt es also nicht nur bei der Arbeit, sondern auch in der Freizeit. Es sind vor allem zeitaufwändige, aktive Hobbys, denen wir laut dem Freizeit-Monitor immer seltener nachgehen. Stattdessen beobachtet Mitherausgeber Ulrich Reinhardt Angst vor der Untätigkeit.

"Ich glaube es ist die Angst. Einerseits die Angst, natürlich vor Langeweile. Man schaut nicht mehr aus dem Fenster, was schwierig ist, weil das auch ein Quell für Kreativität und ähnliches ist."
Ulrich Reinhardt, Stiftung für Zukunftsfragen

Gleichzeitig packen wir unsere Freizeit auch deshalb mit so vielen unterschiedlichen Dingen voll, sagt Ulrich Reinhardt, weil wir Sorge haben, etwas zu verpassen.

"Dass ich dann eben nicht mehr im Freundeskreis dabei bin und am nächsten Tag sagen kann: Mensch, wenn ich dir erzähle, was ich erlebt habe."
Ulrich Reinhardt, Stiftung für Zukunftsfragen

Offenlegung: Finanziert werden die Stiftung und die Studie von einem Tabakkonzern.

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