Gezieltes Gestikulieren kann uns dabei helfen, Fremdsprachen zu lernen. Super Tipp für die Schulzeit, aber auch fürs Alter. Neurowissenschaftler Henning Beck erklärt, worauf es ankommt.

Vokabeln zu lernen, fällt den wenigsten leicht. Aber mit einem Trick soll das besser gehen: Mit einer bestimmten Gestik zur jeweiligen Vokabel. Das haben Neurowissenschaftler*innen vom Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig herausgefunden.

Gehirn denkt in Bildern und Zusammenhängen

Neurowissenschaftler Henning Beck erklärt, dass unser Gehirn nicht so funktioniert, wie ein Computer. Wir können die neuen Vokabeln nicht einfach abspeichern, wie auf einer Festplatte. "Unser Gehirn denkt immer in Bildern, Mustern, Bewegungen, Zusammenhängen. Wenn man das beim Vokabellernen berücksichtigt, kann man sich Vokabeln schneller merken", so Henning Beck.

"Im Gehirn wird eine Region immer mit aktiviert, wenn ich eine Vokabel gestikuliere."
Henning Beck, Neurowissenschaftler

In dem Versuch der Wissenschaftler*innen wurden Testpersonen Fantasievokabeln gezeigt. Während sie die Vokabeln lernten, sahen sie, wie eine andere Person Gesten dazu machte. Daraufhin sollte die Person selbst auch eine konkrete Geste zu diesem Wort machen. Und das hatte einen Effekt.

"Es geht nicht darum, dass man mit den Händen wild in der Luft rumfuchtelt. Sondern es geht darum, dass man eine konkrete Geste zu diesen Wörtern macht."
Henning Beck, Neurowissenschaftler

Das Gestikulieren führt laut Henning Beck dazu, "dass das Gehirn nicht nur etwas sieht oder macht, und das dann in den semantischen Arealen für Wortbedeutung abspeichert, sondern offenbar wird das Hirn mit der Gestik etwas breiter aktiviert und diese Bewegung scheint dafür zu sorgen, dass es besser verankert wird in diesem Nervennetzwerk."

Diesen Trick sollten sich vor allem Erwachsene merken. In den Untersuchungen hat sich gezeigt, dass ältere Menschen, die eine Fremdsprache lernen, mehr von der Unterstützung durch Gestik profitieren als Kinder.