"Sänk ju vor träwelling wis deutsche Bahn". Bei diesem Satz müssen viele von uns schmunzeln. Das könnte vor allem daran liegen, dass wir unsere eigene Aussprache gerne überschätzen und denken, wir können es besser als andere.

Eine Studie des Fachmagazins Plos One hat herausgefunden, dass viele Deutsche ihre englische Aussprache besser einschätzen als Muttersprachler sie bewerten würden. Und das hat praktische Konsequenzen: Es hindert uns daran, besser zu werden - weil wir überzeugt davon sind, dass wir schon gut sprechen.

Falsche Selbsteinschätzung

Für die Studie hat ein deutsches Forschungsteam 24 Studentinnen aus München einige englische Sätze einsprechen lassen, die vor allem mit vielen "th’s" gespickt waren. Das Ziel war es herauszufinden, wie die Probandinnen die Aussprache der anderen und die eigene bewertet.

Dazu wurden die Stimmen so verfremdet, dass sie nach Männerstimmen klangen. Der Clou: Weil die Stimmen verfremdet waren, wussten die Probandinnen nicht, wer den jeweilig gehörten Satz eingesprochen hat. Sie konnten also ihre eigene Aussprache bewerten ohne zu wissen, dass sie den Satz selbst gesagt haben.

Feedback einholen zum Verbessern

Bei der Bewertung kam heraus, dass sich die Studentinnen, die hinsichtlich der englischen Aussprache von den anderen Probandinnen als durchschnittlich eingestuft wurden, sich selbst als überdurchschnittlich einstuften. Fast alle Studentinnen bewerteten also ihre eigene Aussprache besser als die der anderen. Und das, obwohl sie ihre eigenen Stimme nicht einmal erkennen konnten.

Das Ergebnis lässt den Schluss zu: Menschen neigen dazu, die eigene Aussprache als die richtige anzusehen. Zudem bewerten sie sie überdurchschnittlich gut - nämlich deutlich besser als Muttersprachler. Auch die waren Teil der Studie und haben die Sätze der Probandinnen in ihrer Aussprachequalität bewertet.

Ein potenzielles Problem: Wer nicht weiß, dass er sich verbessern sollte, tut es auch nicht. Wollen wir unseren Akzent in Fremdsprachen also aufpolieren, dann hilft das Feedback von echten Experten am meisten, von Muttersprachlern zum Beispiel.