Sie springen, wedeln mit dem Schwanz und bellen fröhlich: Wenn Hunde sich freuen, ist das meist leicht zu erkennen. Ein Forschungsteam hat das Verhalten untersucht und herausgefunden, dass Hunde sogar feuchte Augen bekommen, wenn sie ihre Halter*innen wiedersehen.

Freudentränen kennen wir zu gut und auch Hunde kennen ein ähnliches Phänomen. Auch wenn ihnen keine richtigen Tränen über die Hundewangen laufen, haben Forschende aus Japan festgestellt, dass Freude bei Hunden zu feuchten Augen führt – die Flüssigkeit bleibt allerdings im Auge.

Anstoß für die Studie war eine Beobachtung einer der Forscher: Er beobachtete bei seiner Hündin, dass ihre Augen feuchter wurden, wenn sie ihre Jungen säugte. Seine Vermutung war, dass diese Reaktion durch das sogenannte Kuschelhormon Oxytocin hervorgerufen werden könnte.

Tränen: Es liegt am Oxytocin

Frühere Untersuchungen haben bereits ergeben, dass dieses Hormon sowohl bei Hunden als auch bei Menschen ausgeschüttet wird, wenn beide zusammen sind. Um herauszufinden, ob Hunde auch feuchte Augen bekommen, wenn sie mit ihren Halter*innen zusammen sind, wurden beide in der Studie für einige Stunden getrennt. Das Ergebnis: Beim Wiedersehen sammelte sich tatsächlich Tränenflüssigkeit in den Hundeaugen.

"Menschen bewerteten Hunde positiver, wenn sie feuchtere Augen hatten und wollten sich auch lieber um sie kümmern.
Kerstin Ruskowski, Deutschlandfunk Nova

Zur Kontrolle führten die Forschenden dasselbe Experiment mit Menschen durch, die die Hunde zwar gut kannten, aber nicht die Besitzer*innen waren. In diesen Fällen änderte sich beim Wiedersehen an der Tränenflüssigkeit in den Hundeaugen nichts oder nur marginal.

Um herauszufinden, ob tatsächlich das Oxytocin dafür verantwortlich ist, verabreichten die Forschenden in einem weiteren Test den Hunden Augentropfen, die mit Oxytocin angereichert waren. Auch dann stieg die Flüssigkeit in den Augen an. Oxytocin und die Tränenproduktion hängen somit wohl zusammen.

Feuchte Augen, engere Bindung

Übrigens können wir Hunden ansehen, wenn ihre Augen feucht werden. In einem anderen Test zeigten die Forschenden den Testpersonen Bilder von Hunden mit feuchten Augen und mit normal viel Tränenflüssigkeit im Auge – und die Menschen bewerteten die Hunde mit den feuchteren Augen positiver.

Deshalb gehen die Studienautor*innen davon aus, dass Hunde mit Tränen in den Augen engere Bindungen zu Menschen aufbauen – und das vielleicht sogar dazu führt, dass sich Menschen noch besser um ihre Hunde kümmern.