• Abonnieren
  • Spotify
  • iTunes
  • Google

Die Schriftstellerin und Pazifistin Bertha von Suttner ist 1905 die erste Frau, die mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wird. Vor allem wegen ihres Romans "Die Waffen nieder!"

Angeblich soll sie den Brief, der sie Mitte 1905 erreichte, lange nicht geöffnet haben. Zu sehr ist die Schriftstellerin Bertha von Suttner verärgert darüber, dass Sie bisher bei der Vergabe des Friedensnobelpreises übergegangen worden ist. Nun aber ist es soweit: Das Nobelpreiskomitee hat sie gekürt und Bertha von Suttner wird 1905 die erste Frau, die mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wird. Vor allem wegen ihres pazifistischen Romans "Die Waffen nieder!".

Stifter des Preises war der im Dezember 1896 verstorbene Unternehmer Alfred Nobel, der sein Geld unter anderem mit der Erfindung des Dynamits gemacht hatte. Für eine kurze Zeit hatte Bertha von Suttner für ihn gearbeitet und einen offenbar bleibenden Eindruck hinterlassen – denn fortan ist Nobel von der Idee überzeugt, etwas für den Frieden in der Welt tun zu müssen. Er gründet eine Stiftung, die nach seinem Tod in einigen wissenschaftlichen Disziplinen, und eben für Menschen, die sich um den Frieden in der Welt verdient machen, gut dotierte Preise auslobt.

Zum ersten Mal geht der Preis an eine Frau

Als die Österreicherin Bertha von Suttner 1905 den Preis erhält, ist sie die erste Frau. Ihr folgen 1931 und 1946 die Präsidentinnen der Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit Jane Addams und Emily Greene Balch, 1976 die beiden Gründerinnen der nordirischen Friedensbewegung Betty Williams und Mairead Corrigan – und drei Jahre später folgt dann Mutter Theresa. Erst danach ist es keine Ausnahme mehr, dass Frauen mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet werden.

Unter den Preisträgern finden sich auch vier Deutsche: 1925 der deutsche Außenminister Gustav Stresemann, 1927 der Vorsitzende der Deutschen Friedensgesellschaft Ludwig Quidde, 1935 der Journalist Carl von Ossietzky – der den Preis nicht annehmen konnte, weil er im KZ Esterwegen saß und die NS-Regierung die Annahme des Preises verbot – und 1971 schließlich Bundeskanzler Willy Brandt für die Ostpolitik der sozial-liberalen Regierung.

Ihr hört außerdem in Eine Stunde History:

  • Der Autor Guido Grünewald schildert die Persönlichkeit Bertha von Suttners.
  • Deutschlandfunk Nova-Reporterin Esther Körfgen erinnert an die Entscheidung für Bertha von Suttner – und wie wenig viele Männer davon gehalten haben.
  • Der österreichische Journalist Emil Bobi hat die Geschichte des Friedensnobelpreises erforscht und gute wie schlechte Entscheidungen gefunden.
  • Gregor Hofmann vom Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung plädiert für andere Kriterien bei der Vergabe des Preises.
  • Deutschlandfunk-Nova-Geschichtsexperte Matthias von Hellfeld hat die Liste der Preisträger vom Beginn des 20. Jahrhunderts durchgeblättert und ist dabei auf interessante Preisträgerinnen und Preisträger gestoßen.