Alle Frösche sehen gleich aus? Nee. Alleine auf Madagaskar gibt es Hunderte unterschiedliche Froscharten. Die Rhombophryne ellae ist eine der neusten Froscharten, entdeckt während eines tropischen Wirbelsturms von einem Evolutionsbiologen aus Konstanz.

500 verschieden Froscharten soll es auf Madagaskar geben – mindestens. Forschende haben bisher etwa 350 von ihnen dokumentiert.

Mark Scherz, Evolutionsbiologe an der Universität Konstanz, ist einer der Amphibienforscher auf Madagaskar und hat 2017 eine neue Froschart namens Rhombophryne ellae entdeckt. Mit ihrem diamantähnlichen Schimmer gehört sie zur Gattung der Diamantfrösche. Sein Bericht zum Fund wurde jetzt im Fachjournal Zoosystematics and Evolution veröffentlicht.

Unwetter: Perfektes Wetter für neue Funde

Gefunden hat Mark Scherz den vorher unbekannten Frosch im Norden Madagaskars im Montagne d'Ambre Nationalpark inmitten eines Zyklons, der über die Insel zog. Unwetter locken die Tiere aus ihrem Versteck im dichten Laub und sind so einfacher auffindbar. Ähnlich sind Forschende auf die vielen anderen Froscharten Madagaskars gestoßen.

Camp Norden Madagaskars im Montagne d'Ambre Nationalpark
© Mark Scherz
Das Camp der Forschenden im Montagne d'Ambre Nationalpark

Im Fall von Rhombophryne ellae war dem Evolutionsbiologen klar, dass es sich um eine neue Froschart handelte, sagt er. Der Grund: Die stark orangefarbenen Hinterbeine und schwarzen Punkte an der Hüfte. Das sei für Diamantfrösche ungewöhnlich.

Froschart Rhombophryne ella
© Mark Scherz
Markante Merkmale: orangefarbenen Hinterbeine und schwarze Punkte an der Hüfte
"Als ich die neue Froschart Rhombophryne ellae zum ersten Mal in der Hand hielt, war es völlig klar, dass es eine neue Art sein muss."
Mark Scherz, Evolutionsbiologe an der Universität Konstanz

Obwohl Frösche viele Gemeinsamkeiten haben, gebe es doch entscheidende Unterschiede. "Wenn man die Tiere richtig gut kennt, ist es einfach, neue Arten zu erkennen", erklärt Mark Scherz.

Und eine Portion Leidenschaft gehöre auch dazu. Frösche werden oft unterschätzt, so der Evolutionsbiologe. Ihre Artenvielfalt ist allerdings massiv und das alleine schon auf Madagaskar. Jedes Jahr entdecken Mark Scherz und seine Kollegen dort weitere neue Froscharten.

"Ich habe mich in Madagaskar und die Tiere der Insel, vor allem die Frösche und Reptilien, verknallt."
Mark Scherz, Evolutionsbiologe an der Universität Konstanz

Der Zusatz "ellae" im Namen der neuen Froschart kommt übrigens von seiner Partnerin Ella. Ihr hat der Evolutionsbiologe den Frosch gewidmet.