Der G20-Gipfel wird von viel Protest begleitet. Doch woraus besteht dieser Protest eigentlich? Und wofür wird demonstriert?

In Hamburg versammeln sich tausende Menschen, um gegen G20 und die Weltpolitik der führenden Nationen zu demonstrieren. Die Kritiker wollen aber nicht alle das Gleiche und setzen bei ihrem Protest unterschiedliche Schwerpunkte.

"Ein paar Gemeinsamkeiten haben sie aber doch", sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Jörn Straehler-Pohl. Das sind zum Beispiel:

  • Die Forderung an G20, mehr gegen den Klimawandel zu unternehmen
  • Die Kritik an Abschottung und Nationalismus
  • Die Forderung, sich für mehr Gerechtigkeit in der Welt einzusetzen
  • Die Ablehnung von Diskriminierung von Minderheiten

"Das ist der kleinste gemeinsame Nenner", sagt Jörn Straehler-Pohl, "und der ist gar nicht mal so klein."

Großes Spektrum

Bei solchen Veranstaltungen versammeln sich traditionsgemäß verschiedene Gruppen. Das sind zum Beispiel die Autonomen ("schwarzer Block"), die G20 für illegitim halten und fordern, dass ein solches Treffen - wenn es überhaupt stattfinden muss - von den Vereinten Nationen organisiert wird. G20 sei der "verlängerte Arm des Kapitalismus".

Vertreten sind zudem die Interventionistische Linke, Attac, Campact und der eher bürgerlich SPD-nahe Protest. Sie alle haben ähnliche Grundanliegen, unterscheiden sich aber in konkreten Forderungen.

Fundis und Realos

So fordert Emily Laquer von der Interventionistischen Linken in einer Diskussionsrunde, organisiert von der "Zeit", man müsse sich dem G20-Gipfel in den Weg stellen, denn von den beteiligten Staaten seien "keine Lösungen der Probleme" zu erwarten.

Eberhardt-Köster von Attac hält "ein blockiertes Hamburg, wo im Extremfall die Staatenlenker nicht mehr miteinander reden können" für das falsche Bild. Auch Christoph Bautz von Campact hält "politische Mehrheiten in den Parlamenten" für notwendig, um Veränderungen zu erreichen.

Rechte machen nicht mit

"Hier in Hamburg wird auch immer wieder darüber spekuliert, ob man bei den Protesten auch Gruppen aus dem rechten Spektrum antrifft", sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Jörn Straehler-Pohl. Sie könnten zum Beispiel für mehr Abschottung und Protektionismus demonstrieren. Bisher gibt es aber keine Anzeichen, dass zum Beispiel die Identitäre Bewegung beim Protest dabei ist.