Manche Computerspiele sind so gut, die machen auch nach 10, 20 Jahren noch Spaß. Remakes machen sie wieder spielbar und aktuell. So wie "Shadow of the Colossus".

Dieses Spiel ist ein Playstation-Klassiker: In "Shadow of the Colossus" schlüpft der Spieler in die Haut des jungen Abenteurers Wander, der sich 16 gewaltigen Kolossen entgegen stellt. Sein Ziel ist es, sie alle zur Strecke zu bringen. Nur so kann er das Mädchen Mono wieder zum Leben erwecken. 2005 erschien dieses Spiel erstmals, 13 Jahre später gibt es das Remake: dasselbe Game in aktueller, wunderschöner Optik.

"Shadow of the Colossus" gilt als Meilenstein der Videospielgeschichte. "Das Spiel traute sich damals etwas, was man heute fast nur noch von Indiegames kennt", erklärt Deutschlandfunk-Nova-Spielekennerin Jana Reinhardt. "Es verzichtet auf Schnickschnack." Es gab keine Highscore-Listen, keine Nebenaufträge, nicht einmal kleinere Gegner, die der Spieler bekämpfen muss. Nur die 16 Kolosse, von denen jeder etwas besonderes ist - und die dem Helden Wander eigentlich nichts Böses wollen.

"Es fühlt sich für den Spieler richtig schlimm an, die Kolosse zu töten. Das ist so ein Konflikt, der das Spiel richtig stark macht."
Jana Reinhardt

Aber auch andere Games, die vor mehr als 10 oder 20 Jahren begeisterten, werden heute wieder aufgelegt. Für alle, die die Spiele damals geliebt haben, und für die, die sie damals noch nicht erlebt haben. "Age of Empires" ist ein 1997 erschienenes Strategiespiel, das gerade mit neuer und frischer Grafik erschienen ist. Eine Neuauflage von "Final Fantasy VII" ist in der Entwicklung und so weiter.

"Es gibt wenige Spiele, die heute noch so akzeptiert werden, wie sie bei ihrer Veröffentlichung aussahen."
Jana Reinhardt

Für Jana gibt es mehrere Punkte, warum zeitlose Klassiker wieder als Remake erscheinen sollten. Vor allem weil so die Games von damals jetzt wieder spielbar gemacht werden, so dass eine neue Gamer-Generation die Klassiker von damals nachholen kann. Und dafür braucht es auch zeitgemäße Technik: Leistungsstarke Computer und Konsolen machen nun Videospiele möglich, die früher schlechter, hässlicher und sperriger liefen.

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Aber nicht jedes Spiel ist für ein schönes Remake geeignet, und manche Remakes werden von den Herstellern auch gehörig vermurkst. "Gerade die Fans, die auf die Remakes warten, schaue am härtesten auf die Details", erklärt Jana. Ihr Negativ-Beispiel: "The Secret of Mana". Wo es früher nur ein paar Pixel gab, zeigt die gerade erschienenen PC-Version bunte 3D-Manga-Grafik. "Das zerstört die Fantasie", sagt Jana. "Das ist der Grund, warum Spieler und Fans die neuen Grafiken hassen." 

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Für die Macher von "Shadow of the Colossus" hat sich das insgesamt gelungene Remake aber gelohnt: Die Variante von 2018 hat sich schon jetzt sehr viel öfter verkauft als das 2005er Original. Und der Spieler kann immer noch sein schlechtes Gewissen spüren, wenn er einem majestätischen Koloss den Todesstoß gibt.

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