Im Spiel "Praey for the Gods" geht es um Götter in einer nordisch-mythologischen Fantasy-Welt – und es gilt gegen riesenhafte Gegner zu kämpfen.

"Praey for the Gods" ist kein kunterbuntes Gute-Laune-Spiel, findet unser Games-Experte Thomas Ruscher, sondern schon die Atmosphäre ist eisig kalt, die meiste Zeit weht den Spieler*innen ein klirrender Wind um die Nase. Zu Beginn fliegt die Kamera über ein stürmisches Meer auf eine schroffe Insel zu.

Einzige Überlebende

Im eisigen Meer treiben zerstörte Drachenboote – Wikingerschiffe. Alles ist grau, Eis-bedeckte Felsen ragen aus dem Meer, darin sind riesenhafte Gestalten eingefroren, wie gewaltige Statuen aus Eis. "Und dann liegt da unsere Heldin, halb im Wasser, die wohl einzige Überlebende dieser Expedition", erklärt Thomas.

"Die namenlose Heldin rappelt sich langsam auf, rotbraunes Haar, dicker Zopf, Tätowierungen im Gesicht, die ist ganz offensichtlich ziemlich tough - und sie wagt ihre ersten Schritte auf der unbekannten Insel."
Thomas Ruscher, Deutschlandfunk-Nova-Games-Experte

Die Heldin bekommt es dann mit einer Art knöchernem Riesen zu tun. "Das ist der erste Gott, der da vor unserer Heldin in den Himmel ragt", erklärt Thomas, "schon dieser erste Bossgegner in "Pray for the Gods" ist gewaltiger als so ziemlich alle anderen Videospiel-Gegner, die es gerade in aktuellen Games gibt." Der Gegner ist groß wie ein Hochhaus – im Vergleich zur Heldin.

Still aus dem Game Praey for the Gods
© Praey for the Gods

Und jetzt ist es die Aufgabe der Spieler*innen, diesen Riesen zu Fall zu bringen – und sie fangen an, auf ihn raufzuklettern. Und das ist das eigentliche Spiel: Auf Riesen raufklettern und sie besiegen.

"Ich muss bei jedem Riesen die Schwachstellen finden, an denen ich sie besiegen kann. Das fühlt sich ein bisschen so an, als ob man selbst eine Mücke ist und sich mit einem Elefanten anlegt."
Thomas Ruscher, Deutschlandfunk-Nova-Games-Experte

Der Weg zur Lösung ist eine Kombination aus Rätseln, aus Geschicklichkeit und Erkundung. Wenn der Riese fällt, hat die Heldin es geschafft. Und dann warten in "Praey for the Gods" noch sieben weitere solcher Boss-Gegner auf die Spieler*innen.

"Für mich ist das eine Herausforderung, die das Spiel an mich stellt und die mich in meinem Ehrgeiz irgendwie packen möchte."
Jessica Kathmann, Psychologin

Jessica Kathmann ist Psychologin. Sie spricht im Podcast "Behind the Screens" über Games – und sie weiß, warum viele Spieler*innen Kämpfe mit Boss-Gegnern so lieben: "Das Spiel sagt mir quasi: 'Achtung, jetzt musst du dein ganzes Können einsetzen. Alles was du vorhin gelernt hast, musst du jetzt liefern.' Das ist eine Herausforderung für unser Reaktionsvermögen, für die Hand-Augen-Koordination, vielleicht auch für das Gedächtnis und für ganz viele solche Maße." Unser Games-Experte Thomas vergleicht so einen Bosskampf mit einer Prüfung – es wird getestet, was davor gelernt worden ist. Nur dass es eben Spaß machen soll.

Hommage an Playstation-Klassiker

Das Spiel "Praey for the Gods" ist ein Actionspiel, in denen eine einsame Heldin auf einer Eisinsel acht riesige Gegner besiegen muss. Es erinnert an ein anderen Videospiel – in dem es ebenfalls darum geht, solche großen Bossgegner zu bezwingen – "Shadow of the Colossus".

"Shadow of the Colossus" ist ein alter Playstation-Klassiker, der hat vor ein paar Jahren auch eine Neuauflage bekommen und ist wieder sehr hübsch und spielbar. Und die Macher von "Praey for the Gods", das sind drei Entwickler, die sich unter dem Namen "No Matter Studios" zusammengetan haben und große Fans von diesem Playstation-Klassiker sind. Mit dem neuen Spiel liefern sie eine Hommage an "Shadow of the Colossus", dessen Spielprinzip bisher ziemlich einmalig gewesen ist, sagt Thomas Ruscher.

Die Spiele

Wenn ihr also Lust habt, euch mit riesenhaften Boss-Gegnern herumzuschlagen, könnt ihr das tun im eisig kalten "Praey for the Gods". Das gibt es für PC, Playstation-Konsolen und für die Xbox – es kostet knapp 30 Euro. Wer lieber das große Vorbild "Shadow of the Colossus" anschauen will, kann das ab 20 Euro bekommen, allerdings nur für die Playstation.

  • Moderator:  Sebastian Sonntag
  • Gesprächspartner:  Thomas Ruscher, Deutschlandfunk-Nova-Games-Experte