Fans von Computerspielen nehmen immer mehr Einfluss auf die Entwicklung von Computerspielen - egal, ob über Crowdfunding oder darüber, dass sie eigene Inhalte produzieren.

Spieleentwickler Tim Schafer hatte die Idee für ein Computerspiel. Doch die Idee allein reicht nicht: Die Entwicklung kostet immense Summen und viel Zeit. Budgets über mehrere Millionen sind keine Seltenheit. Oft arbeiten viele Hundert Menschen mehrere Monate oder sogar Jahre an der Entwicklung eines Spiels.

Solche Möglichkeiten hatte Schafer nicht - seine einzige Alternative: Crowdfunding. Er wollte 400.000 Dollar sammeln und bekam 3,4 Millionen. Fast 90.000 Menschen waren neugierig auf das von ihm angekündigte Spiel "Broken Age" und spendeten Geld. Schafer hatte große Versprechungen gemacht. Das Spiel, das er nach zweijähriger Entwicklung im Jahr 2014 auf den Markt brachte, konnte diese allerdings nicht ganz halten.

"This is a game for adventure-fans, funded by adventure-fans and we want to make it with adventure-fans. You will be able to talk back to us on the exclusive online community of people who funded the game. You will give input on the concept art and music and your input will actually affect the direction the game takes."
Tim Schafer, Spieleentwickler

Das war der Anfang eines neuen Trends auf dem Computerspiele-Markt: Das Spielen alleine genügt ihnen nicht mehr. Sie wollen beteiligt werden und das am liebsten auf eine kreative Weise. Inzwischen ist es sogar so weit, dass die Spieleentwicklung ohne die Beteiligung der Spieler fast nicht mehr denkbar ist. Das Prinzip ist recht einfach: Eigene Inhalte werden von Spielern entwickelt und mit der Community geteilt.

"Being able to put yourself in the game is a big Deal. Like, putting your own animations in, putting your own voice in, it's something that gamers have been craving. And we think, that like everybody wants to participate, that people want to get off the sideline and be part of the making, like be a social community of game players but also gamemakers."
Saxs Persson, Studio Manager Projekt Sparks

Ein anderes Modell nennt sich Early Access. Gamer können ein Spiel noch vor dem Erscheinen kaufen und in einer unfertigen Version spielen. Für viele ist das akzeptabel, da es Spaß macht, immer wieder mal ein neues Spiel auszuprobieren. Denn die Spiele, die man vor Wochen und Monaten gekauft hat, werden auch irgendwann mal langweilig.

Für die Firmen ist es auch eine gute Sache: Sie bekommen kostenlose Testpersonen und sogar noch Geld für die laufende Entwicklung. Thomas Ruscher war auf der Gamescom in Köln unterwegs und hat Computerspieler gefragt, ob sie sich schon in die Entwicklung von Spielen eingebracht haben, in welcher Form sie das tun und wie sie davon profitieren.

Mit diesem Video hat Tim Schafer den Crowdfunding-Boom auf Kickstarter losgetreten: