Arbeiten in Teilzeit muss man sich leisten können. Denn weniger Arbeit führt zu weniger Einkommen. Und weniger Einkommen führt zu weniger Rente. Wir haben gerechnet und den "Eckrentner" kennen gelernt.

Ein Job in Teilzeit, das klingt verlockend und nach viel Freizeit. Jobsharing oder Viertagewoche schaffen Raum für Dinge, die vielen wichtig sind: Partner oder Familie, Weiterbildung und Freizeit. Teilzeit ist aber auch - in den meisten Jobs - ein Rentenkiller. Zumindest was die gesetzliche Rente angeht.

Teilzeit, Einkommen und Rente

Wer in Teilzeit arbeitet und kein besonders hohes Einkommen hat, muss später mit massiven Reduzierungen bei der Rente rechnen. Denn die deutsche Rentenversicherung funktioniert so, dass Einzahlungen abhängig vom Einkommen geleistet werden - und was wir später raus bekommen, hängt von diesen Einzahlungen ab.

Verstehen mit dem "Eckrentner" 

Der "Eckrentner" ist eine fiktive Person mit diesem Lebenslauf:

  • Erwerbsbeginn: im Alter von 22 Jahren
  • Erwerbsende: im Alter von 67 Jahren
  • Gesamterwerbszeit: 45 Jahre
  • Arbeitsverhältnis: Vollzeit
  • Einkommen: 3100 Euro Brutto im Monat 

Die Berechnung

Die 3100 Euro Einkommen entsprechen dem Durchschnittseinkommen eines deutschen Rentenversicherten im Jahr 2016. Davon zahlt der "Eckrentner" seine normalen Renten-Beiträge. Für jedes Jahr erhält der Eckrentner von der Versicherung genau einen Rentenpunkt. Nach 45 Arbeitsjahren hat er also 45 Rentenpunkte gesammelt. Und für jeden dieser Rentenpunkte bekommt er nach aktuellem Rentenwert um die 30 Euro, das ergibt eine Rente von etwa 1350 Euro.

"Da kommt dann eine halbwegs ordentliche Rente bei raus. Ungefähr 1350 Euro in dem Fall."
Hermann Joseph Tenhagen über die Rente des "Eckrentners"

Der Eckrenter in Teilzeit

Würde der Eckrenter sein Leben nur in Teilzeit verbracht haben, hätte er natürlich weniger verdient, weniger in die Rentenkasse eingezahlt und würde daher eine kleinere Rente bekommen. 

Bei einer halben Stelle sieht das in etwa so aus: Er verdient die Hälfte des Durchschnittsverdienstes, also etwa 1500 Euro, und kriegt dafür pro Jahr einen halben Rentenpunkt. Am Ende steht dann die halbe Eckrente, also 675 Euro pro Monat.

Und jetzt kommt die schlechte Nachricht

Die schlechte Nachricht ist, dass der Rentenwert, das Geld das man für jeden Rentenpunkt bekommt, in Zukunft immer langsamer steigen wird. Zumindest langsamer als die Inflation. Ursache dafür ist die Alterspyramide. Vor 50 Jahren haben noch sechs Arbeitnehmer einen Rentner finanziert. Heute sind es noch drei Arbeitnehmer. Und in zwölf Jahren müssen laut Statistik weniger als zwei Leute mit ihren Rentenbeiträgen einen Rentner versorgen. Und weil das schwierig wird, sollen wir privat sparen und damit vorsorgen. Das aber kann nur, wer ein entsprechend hohes Gehalt hat. 

"Wenn man im Erwerbsleben nix verdient oder wenig verdient, dann wird man ein armer Rentner."

Leider aber erhält nicht jeder, der in Teilzeit arbeitet oder arbeiten muss, ein entsprechend hohes Gehalt. Und in manchen Branchen – in der Gastronomie zum Beispiel – gibt es einfach zu wenige Vollzeitjobs. Wer aber die Wahl hat, sollte im Kopf behalten: Teilzeitarbeit ist nur etwas für den Übergang von fünf oder sechs Jahre oder aber nur für Besserverdiener.