Ein Arzt in China möchte ganze Körper transplantieren. Also - einfach einen neuen Körper an den Kopf dran und der Querschnittsgelähmte kann wieder laufen. Freiwillige für solch eine Operation haben sich auch schon gemeldet.

Herz, Lunge, Nieren und sogar die Hand - viele Körperteile können wir heute schon transplantieren. Was aber, wenn man nach einem Unfall vom Hals abwärts gelähmt ist? Oft ist der Rollstuhl die einzige Hilfe, die ein Querschnittgelähmter bekommt. Die Chirurgie ist bisher noch nicht in der Lage, die volle Gesundheit wieder herzustellen. Jetzt plant der chinesische Arzt Ren Xiaoping einen Schritt weiter zu gehen. Er möchte einem bewegungsunfähigen Patienten den kompletten Körper eines Verstorbenen transplantieren.

Metallplatte in den Nacken und Nervenbahnen kleben

Der Plan: Er will einen Kopf auf einen neuen Körper setzen, dann eine Metallplatte in den Nacken einbauen, um den Hals zu stabilisieren. Dann die Blutbahnen von Kopf und Körper miteinander verbinden. Das wahrscheinlich schwierigste: Die Nervenbahnen mit einer kleberartigen Substanz behandeln, damit sie zusammenwachsen.

"Der chinesische Arzt hat mit Mäusen experimentiert, die aber nicht lange überlebt haben."
Matthis Dierkes, DRadio Wissen

Abgesehen davon, dass viele solch eine Operation aus ethischen Gründen nicht gutheißen, bezweifeln die meisten Mediziner auch, dass so ein Eingriff funktionieren kann. Es gibt wenige Erfahrungen mit Operationen, die so aufwendig und umfassend sind. In den siebziger Jahren gab es erste Experimente mit Affen. Dabei wurde einem Affen in einer Operation ein neuer Körper an den Kopf gesetzt.

Versuchstiere sterben kurz nach der Operation

Er hat dann aber nur ein paar Tage überlebt. Dann hat sein Immunsystem den Körper abgestoßen.

Auch der italienische Arzt Sergio Canavero möchte Ganzkörpertransplantationen durchführen. Aber er ist genauso umstritten wie sein chinesischer Kollege.

"Die Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation WHO erlauben zwar theoretisch, ganze Körper zu Forschungszwecken zu verwenden. Aber: Die Transplantation soll dem Patienten möglichst nicht schaden. Das Risiko soll gering sein. Und da wird es schon schwierig."
Matthis Dierkes, DRadio Wissen

Freiwillige melden sich für den riskanten Eingriff

In China gibt es mehrere Menschen, die sich freiwillig für dieses Experiment gemeldet haben. Die Transplantationsgesetze erlauben es noch nicht, und ethisch gesehen sind Eingriffe dieser Art fragwürdig. Das schreckt die potenziellen Patienten aber nicht ab.

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