Weil ihre Wohnungen zerstört sind, flüchten sich viele Bewohner des Gazastreifens in Schulen der UN. Das Flüchtlingshilfswerk UNRWA, das sich um die Menschen kümmert, stellt das vor riesige Probleme.

Die Waffenruhe hat nicht gehalten - jetzt steht zu befürchten, dass der Gazakrieg in eine neue blutige Phase eintritt. Dabei wäre es wichtig, dass die Waffen schweigen: um Verletzte zu versorgen, Tote zu bergen, die Infrastruktur wieder in Gang zu setzen. Denn große Teile des Gazastreifens liegen in Trümmern. Menschen suchen nach Zuflucht, nach Schutz. Und finden den unter anderem in Gebäuden der UN - oft in Schulen.

170.000 Menschen in 90 Schulen

Verantwortlich für diese UN-Gebäude im Gazastreifen ist Uta Filz. UNRWA, das UN-Flüchtlingshilfswerk für Palästina, betreibt 245 Schulen im Gazastreifen, die in 156 Gebäuden untergebracht sind. 90 davon dienen als Notunterkünfte für Flüchtlinge. Über 170.000 Menschen suchen dort Schutz. Es waren schon einmal über 270.000 - bei einer Gesamtbevölkerung von 1,8 Millionen. Die UN gingen anfangs von maximal 50.000 Menschen aus, die in den Schulen beherbergt werden sollten.

UNRWA hilft so gut es geht: mit Matratzen, mit Hygieneartikeln. Trotzdem sind viele Menschen deprimiert - vor allem, weil sie eine Erfahrung gemacht haben: Selbst unter Obhut der UN sind sie nicht sicher. Mindestens fünf Schulen wurden bombardiert.

"Die Leute haben wahnsinnig Angst, weil sie gelernt haben, dass sie selbst bei der UN nicht sicher sind."
Uta Filz, verantwortlich für die UN-Gebäude im Gazastreifen

Ein großes Problem für Uta Filz: Schulen sind nicht dafür ausgelegt, dass Menschen dort übernachten. Die Toiletten in sind sehr einfach. Anders als in Deutschland gibt bei den Schulen im Gazastreifen keine Turnhallen - und damit auch keine Duschen. Ein riesiges Problem, gerade weil in einigen Schulen die Krätze ausgebrochen ist. Auch die Versorgung mit Trinkwasser ist sehr schwierig. Leitungswasser ist im Gazastreifen nicht trinkbar.

Ausbruch von Krätze und keine Duschen

Insgesamt müssen die UN einen riesigen logistischen Aufwand betreiben. Es gibt nur einen Grenzübergang, an dem sehr streng reguliert wird, welche Waren eingeführt werden dürfen. So ist zum Beispiel Baumaterial verboten.

Eine Lage, in der es Uta Filz schwerfällt, objektiv zu bleiben. Sie hat Bombennächte durchgestanden. Auf israelischer Seite heißt es, dass man 15 Sekunden Zeit habe, in einen Bunker zu rennen. Filz' bittere Erfahrung: Im Gazastreifen rennt niemand - weil er gar nicht wüsste, wohin.