Zwei Mal habe sie mit dem Tod gerungen, schreibt "Game of Thrones"-Schauspielerin Emilia Clarke im "New Yorker". Der Grund: Zwei Mal musste sie wegen Aneurysmen am Gehirn operiert werden. Tatsächlich hat Emilia großes Glück gehabt. Denn ein Drittel der Betroffen stirbt an dieser heimtückischen Veränderung einer Schlagader, erklärt der Neurochirurg Julian Prell.

Emilia Clarke kennen wir vor allem als Drachenmutter in der Erfolgsserie "Game Of Thrones". In einem Gastbeitrag in "The New Yorker" schildert die Schauspielerin, dass sie während der Dreharbeiten der Serie unter den Folgen zweier Aneurysmen litt. "Ich dachte, ich müsse sterben", schreibt sie.

Das erste Aneurysma wurde 2011 diagnostiziert. Während des Fitnesstrainings habe die damals 24-Jährige das Gefühl von schlimmen Kopfschmerzen gehabt und geahnt, dass irgendwas mit ihrem Gehirn nicht stimme. Schließlich sei sie in ein Krankenhaus wegen einer Blutung im Bereich des zentralen Nervensystem eingeliefert und operiert worden.

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Mediziner wissen noch nicht genau, wie Aneurysmen im Kopf entstehen, sagt Julian Prell, Neurochirurg und leitender Oberarzt am Universitätsklinikum Halle an der Saale. Zu tun habe das Phänomen mit dem Blutstrom im Gehirn. An bestimmten Stellen könne sich der Blutstrom an einem arteriellen Blutgefäß im Kopf verwirbeln, so dass dort sogenannte Aussackungen entstehen. Vorstellen können wir uns das wie eine Art kleine, dünnwandige Wasserbombe, die an einem Blutgefäß sitzt, so der Mediziner. Gefährlich wird es dann, wenn das Aneurysma platzt.

"Das gefährliche ist, dass so etwas platzen kann."
Julian Prell, leitender Oberarzt am Universitätsklinikum Halle an der Saale

Mediziner gehen davon aus, dass es eine Veranlagung für Aneurysmen geben könnte, auch gebe es bestimmte genetische Faktoren, die zu dieser Gefäßveränderung führen. Auch Arterienverkalkung oder das Lebensalter können begünstigende Faktoren sein. Nicht auszuschließen seien auch bakterielle Ursachen, meint Julian Prell.

Aneurysma meist nicht bemerkbar

Grundsätzlich können Aneurysmen an jeder Arterie im Körper entstehen, im Kopf bilden sie sich allerdings leichter, so der Mediziner. Das Gemeine an Aneurysmen sei, dass sie sich meistens nicht bemerkbar machten und die Patienten völlig unvorbereitet treffen.

"Das Gemeine an Aneurysmen ist, dass sich die allermeisten davon gar nicht bemerkbar machen."
Julian Prell, leitender Oberarzt am Universitätsklinikum Halle an der Saale

Oft würden Aneurysmen zufällig entdeckt oder erst mit der ersten richtigen Blutung auffallen. Nur gelegentlich gebe es Warnkopfschmerzen, die sehr stark sein können. Oft verschwinden sie nach einiger Zeit, bevor es Tage später dann zur eigentlichen Blutung komme. Nur selten haben Patienten chronische Kopfschmerzen.

Ein Drittel der Patienten wird zum Pflegefall

In einem Land mit guter medizinischer Versorgung und maximaler Therapiemöglichkeit überleben nur rund ein Drittel der Betroffenen ein Aneurysma, das zur Blutung gekommen ist. Ein weiteres Drittel überlebe zwar, sei aber dauerhaft pflegebedürftig. Ein Drittel der Betroffenen sterbe an der Erkrankung.

"Ein Drittel der Patienten stirbt an der Blutung. Ein weiteres Drittel überlebt zwar, ist aber dauerhaft auf Pflege angewiesen."
Julian Prell, leitender Oberarzt am Universitätsklinikum Halle an der Saale

Mediziner gehen davon aus, dass ungefähr zwei Prozent der Bevölkerung Aneurysmen mit sich herumschleppen, so Julian Prell. Allerdings seien nicht alle gleich gefährlich - je nach Stelle im Körper und Größe des Aneurysmas könne es Unterschiede geben.

Grundsätzlich gebe es zwei Hauptmethoden, mit denen Aneurysmen behandelt werden können: Entweder werden sie operativ von außen ausgeschaltet, oder von innen, indem ein Katheter zum Beispiel in das Hirngefäß hineingeschoben wird, sagt Julian Prell.