Vogel gegen Flugzeug: Für die Fluggäste zumindest gefährlich, für die Vögel in der Regel tödlich. So schützen sich die Flughäfen gegen Unfälle mit Bussard, Gans und Co.

Die wenigsten Passagiere haben es erlebt, aber immer wieder kollidieren Vögel mit Flugzeugen. "Vogelschlag" nennt man das. Jedes Jahr knallt es allein in Deutschland rund 2100 Mal. Nach Angaben des Deutschen Vogelschlagkomitees entstehen jährlich Schäden von weltweit rund 1,7 Milliarden Euro.

Damit diese gefährlichen Zusammenstöße so selten wie möglich bleiben, hat jeder Flughafen in Deutschland einen Vogelschlagbeauftragten. Oliver Weindl ist einer von ihnen, er arbeitet am Flughafen in München.

Hohes Gras gegen Bussarde

Auch er versucht, größere Vögel grundsätzlich von den Start- und Landebahnen fernzuhalten. Die Mittel, sagt er, unterscheiden sich von  Flughafen zu Flughafen. In München versucht man es mit Biotopmanagment - das bedeutet, das Gelände so zu gestalten, dass unerwünschte Vögel fern bleiben. Man pflanzt etwa hohes Gras - das mögen Bussarde nicht, weil sie so keine Beute finden.

"Der Mäusebussard sucht nach Mäusen. Im hohen Gras findet er sie nicht. Wenn wir hohes Gras haben, fliegt er woanders hin. Ist nicht da. Kann nicht mit einem Flieger kollidieren."
Oliver Weindl, Vogelschlagbeauftragter am Flughafen München

Trotzdem fliegen über dem Gelände des Münchner Flughafens gelegentlich Bussarde. Der Vogelschlagbeauftragte meint, dass die sich aber auskennen und wüssten, wie man den Flugzeugen ausweicht. Er berichtet von Vögeln, die nicht fliegend sondern zu Fuß auf dem Gelände des Airports unterwegs sind.

Gänse sind der Angstgegner

Oliver Weindl muss um jeden Preis verhindern, dass große und schwere Vögel in der Nähe der Landebahnen auftauchen. Die sind nämlich die größte Gefahr - neben den Tieren, die in Schwärmen unterwegs sind. Auf Gänse trifft beides zu. Sie sind der Angstgegner der Vogelschlagbeauftragten.

Nähern sich Gänse dem Flughafen, wird jeder Vogelschlagbeauftragte mit allen Mitteln versuchen, die Vögel zu vergrämen. Dazu ist ihm fast jedes Mittel recht: In München gibt es für schwere Fälle etwa eine Dackeldame oder eine Schreckschusspistole. Im äußersten Fall muss der Vogel geschossen werden - in München ist das ein mal passiert.

"Das war ein Höckerschwan. Der hat ein Gewicht von 13 bis 15 Kilo. Das ist einfach zu gefährlich. Hat sich nicht vergrämen lassen. Eine Maschine war im Landeanflug. Das war dann nicht zu vermeiden."
Oliver Weindl, Vogelschlagbeauftragter am Flughafen München

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