Natürlich gibt es Wissenschaftler, die besorgt sind, wenn unser Wissen im Netz gespeichert ist und nicht in der Birne. Peter Weiss-Blankenhorn ist einer von ihnen.

Wissen verarbeiten und abspeichern ist ein Prozess im Gehirn. Die Information wird selektiert, gewichtet, verarbeitet und dann irgendwo abgelegt. Peter Weiss-Blankenhorn ist Neurowissenschaftler. Er sagt, wenn wir das Gehirn in dieser Form nicht mehr benutzen, dann werden sich auch unsere Fähigkeiten in dem Bereich verschlechtern. Ob dann etwas anderes an die Stelle tritt, kann man nicht sagen.

"Wenn unser Gehirn sich daran gewöhnt, dass es sich weniger Fakten merken muss, kann es sein, dass die dafür vorgesehenen Mechanismen erlahmen."
Peter Weiss-Blankenhorn, Professor für Neurowissenschaften

Im Vergleich zur Evolution sind das nur sehr kurze Zeitspannen, darum gebe es noch keine Studien darüber, ob sich in unseren Gehirnen schon etwas verändert hat. Dass jedoch neuer Platz frei wird, wenn man sich bestimmte Dinge nicht merkt - dieser Annahme stimmt er zu, allerdings müsse man aufpassen, mit was der frei gewordene Platz aufgefüllt werde.

Spezialwissen als Hirntraining

Der Neurowissenschaftler rät, man solle sich zum Ausgleich ein Spezialgebiet suchen, mit dem man sich intensiv beschäftigen kann, zu dem man Fakten sammelt und Informationen liest. Dann könne man anhand dieses Wissens mit dem Gehirn weiterhin trainieren, Wissen auf die althergebrachte Weise aufzunehmen, zu kategorisieren und zu verarbeiten - damit es neben Smartphones und Computer diese alten Strukturen nicht vergisst.

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