Die kleine Naia war 15 Jahre alt, als sie in ein Erdloch fiel und dort starb - vor circa 12.000 Jahren. Forscher haben ihr Skelett 2007 in der Unterwasserhöhle Hoyo Negro im Osten der mexikanischen Halbinsel Yucatan gefunden. Das besondere an Naia: Ihr Skelett und sogar ihre Zähne sind äußerst gut erhalten.

Den Wissenschaftlern gelang es jetzt, aus den Backenzähne DNA zu isolieren. Diese belegt, dass das Mädchen der "Subhablogruppe D1" angehört - eine DNA-Abfolge, die nur bei den Ureinwohnern Amerikas vorkommt. Und die Vorläufer dieser Gene finden sich heute noch in Sibirien. Das beweist, dass das Mädchen aus Hoyo Negro von über die Beringstraße eingewanderten Urahnen abstammt und eng mit den noch heute lebenden indigenen Völkern verwandt ist, wie Deborah Bolnick von der University of Texas in Austin erklärt.

Äußere Körpermerkmale veränderten sich später

Das äußere Erscheinungsbild des Mädchens unterscheidet sich stark von der der heutigen indigenen Bevölkerung. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass die starken Veränderungen zum Beispiel der Schädelform erst nach der Besiedlung des Kontinents stattfanden. Wegen dieser stark unterschiedlichen Schädelformen gingen Forscher lange Jahre davon aus, dass der Kontinent in mehreren verschiedenen Einwanderungswellen besiedelt wurde.