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Viele Frauen fühlen sich nachts in Städten nicht sicher. Untersuchungen zeigen: Mit nicht sehr großem Aufwand lässt sich die Situation in Parks und auf Plätzen verbessern.

Viele Frauen haben Angst oder zumindest ein mulmiges Gefühl, wenn sie in Städten im Dunkeln allein unterwegs sind, zeigt eine Untersuchung von der Hilfsorganisation Plan International. Dafür sollten 1000 Mädchen und Frauen 1267 Orte, also Straßen, Plätze oder Parks in vier deutschen Großstädten bewerten.

Ergebnis: Von diesen über 1000 Orten sind nur 20 Prozent als sicher eingestuft worden. Zu den 80 Prozent, die unsicher bewertet worden sind, hat Plan anonym Geschichten und Erlebnisse gesammelt.

Ein Ansatz, Städte speziell für Frauen sicherer zu machen: Analysieren, wie sich Frauen in Städten bewegen. Das tun sie nämlich anders als Männer, wie eine Studie von URBACT zeigt, ein europäisches Programm für nachhaltige Stadtentwicklung. Demnach sind Frauen häufiger zu Fuß unterwegs als Männer und benutzen mehr öffentliche Verkehrsmittel.

"Frauen bewegen sich anders in Städten als Männer."
Sebastian Sonntag, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Eva Kail, Stadtplanerin in Wien, rät im Gespräch mit dem NDR, sich Orte in der Stadt aus verschiedenen Perspektiven anzuschauen, um sie möglichst für alle lebenswert zu machen. Dann ließen sich auch Parks so gestalten, dass sich Frauen nachts in ihnen sicher fühlen. Das Gleiche gilt für Plätze.

Besonders gefragt sind klare Wege und Übersichtlichkeit. Also keine hohen Gebüsche am Wegesrand. Laternen sollten auch die Fußwege beleuchten und nicht ausschließlich die Fahrbahn.

Im besten Fall ist nachts an öffentlichen Orten immer etwas los. Das funktioniert sogar in Parks. Hier können zum Beispiel Gemeinschaftsgärten dafür sorgen, dass abends noch Menschen unterwegs sind. Auf Plätzen hat sich ein Mix von Geschäften mit verschiedenen Öffnungszeiten bewährt: von Bäckereien über Bars bis zu Spätis.

Bluetooth-Lautsprecher und Hängesessel in Nordschweden

In Umeå in Nordschweden ist Stadtplanerinnen und -planern aufgefallen, dass Spielplätze abends nur von jugendlichen Jungs benutzt werden. Also haben Stadtplaner freie Zonen erfunden - kleine überdachte Plätze mit großen Hängesesseln und Bluetooth-Lautsprechern in der Decke, die immer freundlich und gemütlich beleuchtet sind. Die Folge: Mittlerweile halten sich dort Jungs und Mädchen gerne auf.