Viele Medienschaffende haben Vorbehalte gegen Gendern. Ein neues Projekt möchte das ändern: Genderleicht.de will keine Sprachpolizei sein, sondern aufklären.

In vielen Redaktionen wird übers Gendern gesprochen. Dabei gibt es auch Vorbehalte. Überschriften werden länger, Texte klingen ungewohnt, und einige befürchten, der Lesefluss wird unterbrochen.

Auch in der Nachrichtenredaktion von Deutschlandfunk Nova machen wir uns Gedanken über geschlechterneutrale Sprache. Die Kolleginnen und Kollegen haben sich vorgenommen, künftig öfters eine kleine Lücke beim Gendern zu sprechen. Beim Deutschlandradio gibt es einen hausinternen Leitfaden für eine gendergerechte Kommunikation.

"Der Journalismus hat das große Problem der Zielgruppenansprache: Die meisten Medien sind für ein breites Publikum gemacht - und es ist heute schon schwer genug, eine Sprache für die gesamte Leserschaft zu finden und Informationen so aufzubereiten, dass jeder und jede sie versteht."
Anatol Stefanowitsch, Professor für Literaturwissenschaften, Freie Universität Berlin

Wie kann geschlechterneutrale Sprache im Journalismus gelingen? Der Journalistinnenbund startet in dieser Woche (Freitag, 28.06.) die Webseite "genderleicht.de". Medienschaffende sollen eine Anregung erhalten, wie sie in Schrift und Wort sensibel formulieren können.

"Wir wollen zum Nachdenken anregen und dabei helfen, gendergerecht und zielgruppenorientiert zu kommunizieren. Wir verstehen uns als journalistisch hochwertiger Werkzeugkasten, nicht als Sprach-Polizei."
Rebecca Beerheide, Projektleiterin von Genderleicht.de

Rebecca Beerheide stellt das neue Projekt Genderleicht.de und gibt Tipps, wie gendergerechte Sprache aussehen kann, ohne dass es im Hör- oder Lesefluss stört.