Freunde haben ähnliches Erbgut. Das behaupten Forscher aus den USA. Dafür haben sie die Erbinformation enger Freunde untersucht. Die Ergebnisse sind verblüffend.

Freunde haben teils die gleichen Gene, und zwar auch, wenn sie nicht verwandt sind. Forscher von der Universität Yale und Kalifornien haben sich angeschaut, wer mit wem befreundet ist und anschließend untersucht, ob die Genotypen von Freunden übereinstimmen. Ihre Ergebnisse haben sie in der Fachzeitschrift PNAS vorgestellt.

Das Ergebnis ist verblüffend: Mit Freunden ist man zum Teil so verwandt wie mit einem Cousin oder einer Cousine vierten Grades - so wie man dieselben Ur-Ur-Ur-Großeltern hat. Dabei haben die Forscher extra darauf geachtet, dass sie nur Leute untersuchen, die auf keinen Fall direkt miteinander verwandt sind.

Nicht alle Gene ähneln sich

Freunde ähneln sich zum Beispiel stark bei jenen Genen, die für den Geruch zuständig sind. Warum? Das wissen die Forscher (noch) nicht. Zugleich haben die Forscher festgestellt, dass es Gene gibt, bei denen sich Freunde eher unähnlich sind. Nämlich wenn es um das Immunsystem geht. Anscheinend ist auch das unterbewusst wichtig, wenn wir Freunde auswählen. So kann man im Freundeskreis sicherstellen, dass jeder gegen etwas anderes immun ist, und Gruppen Krankheiten besser abwehren können.

Das bedeutet für die Forschung auch, dass man nicht nur untersuchen darf, wer sich mit wem paart und Kinder hat, sondern eben auch, wer mit wem befreundet ist. Die Evolutionsforschung ist also um einen weiteren wichtigen Aspekt bereichert worden.