Daniel Pflieger ist professioneller Schatzverstecker. Er plant Geocaching-Events und verbringt viel Zeit damit, Gegenstände und Hinweise für andere zu verstecken.

Was früher eine Schnitzeljagd war, ist jetzt ein Geocaching-Event. Denn bei der Suche nach Verstecken nutzen wir nicht mehr nur analoge Hinweise, sondern vor allem GPS-Empfänger.

Die Geocaches, also die Verstecke, die anhand von Koordinaten aufgespürt werden können, versteckt Daniel Pflieger, der diese Events für seine Kunden vorbereitet.

Der Geocache ist perfekt an die Umgebung angepasst

Was ein perfektes Versteck ist, macht er an unterschiedlichen Merkmalen fest. Ein Cache kann sich so gut in die Umgebung einfügen, dass man sehr lange danach suchen muss, bis man es findet. Auch wenn einem die genauen Koordinaten bereits vorliegen. Ein Versteck also, das man ohne das Spiel gar nicht entdecken würde.

So hat Daniel selbst mal an einer Metallbrücke mit Bolzen erst nach zweistündiger Suche einen Bolzen entdeckt, der hohl war. In diesem Hohlraum befand sich der Hinweis, nach dem er gesucht hatte.

Ein Versteck der ganz anderen Art: ein kompletter Frachtcontainer. Der war nicht so schwer zu entdecken, allerdings war darin ein mehrteiliges Geocaching-Labyrinth mit vielen Sound- und Lichteffekten eingebaut. Ein gutes Versteck also, weil es die Spieler extrem gefordert hat, sagt Daniel.

Geocaches - nicht zu schwierig, aber auch nicht zu einfach

Es gibt fünf unterschiedliche Schwierigkeitsgrade, sagt Daniel Pflieger, der für besonders leidenschaftliche Geocacher auch Reisen nach Afrika oder nach Tschernobyl organisiert. Schwierigere Geocaches sind beispielsweise nur zu erreichen, indem man mit einer Taucherausrüstung danach taucht oder sich irgendwo abseilt.

Hohe Einstiegshürde

Er kenne junge Familien, die geocachen, aber auch Senioren - einen bestimmten Typ von Geocachern gebe es nicht, sagt Daniel. Allerdings sei die Einstiegshürde relativ hoch, weil ein gutes GPS-Gerät 300 Euro koste, sagt der Schatzverstecker.

Schatzsuche für Outdoor-Muffel

Seine Freundin sei ein ausgesprochener Outdoor-Muffel, sagt Daniel. Trotzdem organisiere er jedes Jahr zu ihrem Geburtstag eine Schatzsuche. Allerdings liefert er ihr die Hinweise zum Beispiel mit dem Frühstück ans Bett: Er bucht dafür eine Anzeige in einer Lokalzeitung, in der er die Hinweise versteckt, ändert Wikipedia-Artikel um oder benennt Straßen auf Google Maps um.

Das sei zwar mitunter aufwendig, koste aber meist wenig oder gar nichts. Und man kann sich so auf die Schatzsuche begeben, ohne das man dafür Outdoor-Klamotten anziehen müsse.