Dort knackt etwas, da pfeift es und von irgendwo her kommt doch dieses penetrante Brummen! Die Geräuschkulisse einer Wohnung kann vielfältig sein – und nervtötend. Doch in den meisten Fällen ist die Quelle schnell gefunden.

Als sich Deutschlandfunk-Nova-Reporter Julius Stucke nach einem langen Schlafzimmer-Renovierungstag auf sein Bett warf, hörte er plötzlich dieses kleine Geräusch: ein Rascheln direkt unter ihm. Es dauerte nicht lange, bis die Erkenntnis kam, dass der uneingeladene Gast ein Holzwurm in seinem Bett war.

Nicht immer kann man die seltsamen und meist nervigen Geräusche in einer Wohnung sofort zuordnen. Doch es lohnt sich, dranzubleiben, denn in den meisten Fällen wird die Ursache am Ende doch gefunden.

Der raschelnde Holzwurm

Den Holzwurm in Julius Bett hat er leicht erkennen können: Löcher im Holz und brüchige Stellen. Dort hatte sich eindeutig die Larve des Nagekäfers schon seit Längerem durch das Holz gefressen. Stephan Biebl, Holzingenieur und Schädlingsbekämpfer aus Oberbayern, gibt eine kleine Entwarnung: Bei Käfern wie den Nagekäfern oder auch Hausböcken hat man mehrere Jahre Zeit, es zu beobachten. Ganz anders bei Termiten, die man deutlich schneller bekämpfen sollte, aber auch seltener bei uns vorkommen, sagt Stephan Biebl.

"Das Gute ist: Man hat immer Zeit. Es ist nie so wie bei Termiten. Beim Hausbock haben Sie immer ein paar Jahre Zeit, das zu beobachten."
Stephan Biebl, Holzingenieur und Schädlingsbekämpfer

Natürlich vorausgesetzt: Man erträgt das Geräusch. Stephan Biebl hatte auch schon Fälle, bei denen die Betroffenen nicht mehr schlafen konnten und jede Nacht nur noch durchdrehten.

Aber was könnte man in so einem Fall tun? Nach der Holzschutz Norm DIN 68 800 von 2011 steht ganz am Anfang: Am besten das Holz wegwerfen. Bei einem wertvollen Möbelstück gibt es aber auch die Möglichkeit, es mit Sauerstoffentzug, mit Wärme oder mit Kälte behandeln zu lassen. Ganz rigoros wäre eine Behandlung mit hochgiftigen Gasen, erklärt Stephan Biebl.

Knackende Heizungsrohre

Nervenaufreibender als Käfer können knackende Heizungsrohre sein. Diese sind vor allem ein Problem älterer Wohnungen und Wohnhäuser. Auch damit hat Deutschlandfunk-Nova-Reporter Julius Stucke schon seine Erfahrungen machen müssen. Carsten Kuhlmann, Heiztechnik-Experte beim Unternehmen Viessmann analysiert das Geräusch von Julius Stuckes Heizung.

Die Geräuschquelle: ein geschweißtes Stahlrohr. Sobald die Heizung angeschaltet wird, dehnt sich das Rohr um einen guten Zentimeter und knackt sich dann seinen Weg durch den Holzboden.

"Es handelt sich um ein geschweißtes Stahlrohr. Wenn sie die Heizung anschalten, dann wird dieses Rohr einen guten Zentimeter größer und es muss ja irgendwo hin."
Carsten Kuhlmann, Heiztechnik-Experte beim Unternehmen Viessmann

Bei alten Heizungssystemen kann es schon mal länger dauern, bis man die richtige Ursache des Geräusches gefunden hat, erzählt Carsten Kuhlmann.

Fehlerhafter Wassertransport pfeift oder rauscht

Ganz grundsätzlich, sagt Carsten Kuhlmann, gibt es einige Geräuschquellen, die man leicht zuordnen kann. Alles, was pfeift oder rauscht, deutet in der Regel daraufhin, dass etwas mit dem Wassertransport nicht in Ordnung ist.

"Alles, was rauscht, und alles, was pfeift, ist in aller Regel darauf zurückzuführen, dass irgendwas mit dem Transport von Wasser nicht stimmt."
Carsten Kuhlmann, Heiztechnik-Experte beim Unternehmen Viessmann

Bei einem lauter werdenden Geräusch wie bei einer abhebenden Propellermaschine liegt das Problem meistens beim Gerät selbst, erklärt Carsten Kuhlmann.

Lärmbelästigung durch tiefes Brummen

Ganz fies wird es bei den Geräuschen, deren Ursprung man nicht so leicht zuordnen kann, wie zum Beispiel ein tiefes, unterschwelliges Brummen. Christian Fabris beschäftigt sich beim Umweltbundesamt mit tieffrequentem Lärm. Er erzählt, dass dieses Problem - vor allem in dicht besiedelten Wohngegenden - immer größer wird.

Die Besonderheit von tieffrequenten Geräuschen ist, dass man sie bis zu einer gewissen Frequenz überhaupt nicht wahrnimmt. Überschreiten sie diese allerdings, dann können tiefe Geräusche genauso lästig wie richtiger Lärm sein, da seien sich die Lärmwirkungsforscher einig, erzählt Christian Fabris.

"Eine Besonderheit der tieffrequenten Geräusche ist, dass man sie bis zu einer gewissen Schwelle gar nicht hören kann. Aber sobald man das hören kann, sind sich eigentlich Lärmwirkungsforscher einig: Dann ist es auch gleich Lärm und auch gleich Belästigung."
Christian Fabris, beschäftigt sich beim Umweltbundesamt mit tieffrequentem Lärm

Brummende Geräusche können viele verschiedene Quellen haben: Lüftungsanlagen, Klimaanlagen oder Heizungsanlagen.

Manche Menschen reagieren sensibler auf diese Art von Geräuschen als andere. Besonders bei dieser Art von Geräusch braucht es oft Zeit, bis die Quelle gefunden wird, aber in den meisten Fällen gibt es am Ende eine Aufklärung, berichtet Christian Fabris.