Mütter geben ihre Ängste an Babys weiter. So lernen Babys vom ersten Lebenstag an, vor bestimmten Dingen oder Situationen Angst zu haben - einfach durch den Geruch, den die Mutter ausströmt, wenn sie sich fürchtet. US-Wissenschaftler testen diese Theorie gerade aus.

Es beginnt ziemlich theoretisch. Stellen wir uns vor: Eine Frau hat als Kind Krieg erlebt, wenn die Sirenen heulen, passiert etwas Schlimmes. So hat sie es gelernt. Wenn sie dann später wieder Sirenen hört, kommt die Angst wieder und ihr Baby nimmt diese Angst über den Geruch der Mutter auf. Konkret getestet haben die Wissenschaftler diese Theorie an Ratten.

"Die Forscher haben weiblichen Ratten dem Geruch von Pfefferminz ausgesetzt und gleichzeitig Elektroschocks gegeben - zwar nur leichte, aber sie waren trotzdem unangenehm. Danach hatten die Ratten Angst vor Pfefferminz."
DRadio-Wissen-Redakteurin Anne Tepper

Zu diesem Zeitpunkt waren die Ratten noch nicht schwanger. Später als ihre Jungen geboren waren, haben die Wissenschaftler dann wieder Pfefferminzgeruch verbreitet und die Babyratten riechen lassen. Und auch die bekamen Angst. Die Wissenschaftler haben daraufhin die Gehirne der Tiere untersucht. Bei einigen haben sie den Teil des Gehirns, in dem sozusagen das Fürchten gelernt wird, blockiert. Genau diesen Babyratten machte der Pfefferminzgeruch gar nichts aus.

Gerüche können beruhigen - vielleicht auch erschrecken?

Was das nun für Menschen bedeutet, bleibt vorerst offen. Aber zumindest gibt es schon andere Studien, die belegen, dass der Geruch der Mutter einen großen Einfluss auf ihr Baby hat - nämlich wenn es darum geht, das Baby zu beruhigen. Es wäre also vorstellbar, dass sich eben anders herum auch die Angst auf das Baby überträgt.