Die Dopingfälle der vergangenen Jahre haben auch die deutsche Politik motiviert, zu handeln: Sie wollen ein Gesetz beschließen, das Doping eindämmt. Fraglich, ob das funktionieren wird.

Härte Strafen, bessere Zusammenarbeit der ermittelnden Behörden. Das sind die wesentlichen Änderungen im Kampf gegen Doping im Sport, die der Bundestag heute (13.11.) beschließen will. Genauer umfasst es diese neuen Regeln:

  • Spitzensportler können zu bis zu drei Jahren Haft verurteilt werden, wenn sie sich Dopingmittel besorgen, wenn sie sie besitzen oder benutzen.
  • Drahtzieher im Hintergrund, die Doping im größeren Stil organisieren und Dopingmittel verkaufen, können zu bis zu zehn Jahren Haft verurteilt werden.
  • Die Zusammenarbeit der Anti-Doping-Agentur in Bonn und staatlichen Ermittlern soll verbessert werden. So könnten mit dem neuen Gesetz auch verdächtige Sportler überprüft werden, die in keinem Dopingtest positiv aufgefallen sind.

Bitte für alle

Athleten missfällt vor allem der Generalverdacht, den das neue Gesetz erzeugt. Und sie sagen: Wenn es schon neue Regeln gibt, dann bitteschön für alle im internationalen Wettbewerb.

DRadio-Wissen-Sportreporter Bastian Rudde fragt sich, warum das Gesetz so gestaltet wurde, wie es heute wohl beschlossen wird. Er hält bessere Testverfahren, ob ein Sportler gedopt hat oder nicht, für wirkungsvoller als die Möglichkeit, die Sportler im Hintergrund mit Ermittlungswerkzeugen zu überprüfen. Schließlich würden bei Tests nur die wenigsten Sportler positiv getestet.

"Da kann man sich schon fragen: Lieber ein besseres Kontrollsystem als ein neues Gesetz auf den Weg bringen?"
Bastian Rudde, DRadio-Wissen-Sportredaktion