Dass wir die blau blinkende Weihnachtsdeko unscharf sehen, ist nicht schlimm. Dasselbe kurzwellige Blaulicht strahlt aber auch aus dem Handy und kann unsere Augen schädigen.

Blaues Licht hat eine sehr kurze Wellenlänge, deshalb sehen wir blaue Lichter verschwommen, sagt Burkhard Dick von der Augenklinik der Uni Bochum. Kurzwelliges Licht wird sehr stark gebrochen, was dazu führt, dass wir kurzsichtig werden.

Tatsächlich ist das kurzwellige Blaulicht schädlich für unsere Augen, weil es eine sehr hohe Energie hat, erklärt Burkhard Dick. Aber es wird vor allem im häuslichen Bereich zum Problem. Wenn wir im Freien uns eine blau leuchtende Weihnachtsdeko oder Reklame anschauen, sei dies keine Problem.

Kurzwelliges Blaulicht: toxische Energie für unsere Augen

Das kurzwellige Blaulicht kommt meist in Form von LEDs in Smartphones und Tablets vor. Die Geräte arbeiten in einem hohen Farbtemperaturbereich, einer sehr hohen Energie, die toxisch für die Netzhautzellen aber auch für Hornhautzellen. Dadurch werde das Auge gestresst, sagt Burkhard Dick.

Manche Smartphone-Hersteller haben aus diesem Grund die "Nightshift"-Funktion integriert. Nach Ansicht von Burkhard Dick reicht das nicht aus. Am besten sei eine Folie, die den blauen Lichtanteil herausfiltert. Einige Hersteller würden diesen Filter bereits integriert im Gerät anbieten, der den sehr hohen energetischen Lichtanteil blockiert, berichtet Burkhard Dick.

Kinder sind Blaulicht ungeschützt ausgeliefert

Eine besondere Gefahr besteht für Kinder, weil bei ihnen das blaue Licht zu hundert Prozent ins Auge fällt. Erwachsene können im Gegensatz dazu etwa 50 Prozent durch die Linse filtern. Das ist eine physiologische Reaktion der Linse, die Kindern fehlt, sagt Burkhard Dick.

Dieses Licht führt auch dazu, dass der circadiane Rhythmus – der Schlaf-Wach-Rhythmus – gestört wird. Deshalb sollte man abends vermeiden, noch auf irgendwelche Computerdisplays oder Smartphones zu starren.

Insgesamt könne noch nicht abgesehen werden, welche Gefahren durch Computer- und Smartphone-Displays für die Augen ausgehen. Für die Geräte würden immer hochauflösendere und hochenergetischere Lichtquellen eingesetzt werden. "Was das mit unseren Augen macht, wissen wir noch nicht", sagt Burkhard Dick.

"Wer zwei oder mehr Geräte hat, ist schon ein Risikopatient."
Burkhard Dick von der Augenklinik der Uni Bochum

Deshalb rät er, die Augen immer vor Sonnenlicht zu schützen und die Zeit vor Displays zu reduzieren. Burkhard Dick trackt die Zeit, die er vorm Bildschirm verbringt und lässt sich am Ende Woche die Summe ausspielen. Eine Richtlinie, wie viel Zeit man vor dem Bildschirm verbringen darf, gibt es nicht. "Drei Viertel aller Patienten haben eine sogenannte digitale Augenbelastung", sagt Burkhard Dick.