Atemnot, Gelenkschmerzen, Rückenprobleme – wer als Profikoch arbeitet, hat oft gesundheitliche Probleme, das hat ein norwegischer Arzt herausgefunden. Wir haben den Koch Moritz Kiener gefragt, der inzwischen den Job gewechselt hat.

Auch, wenn es ein strapaziöser Job war, Moritz Kiener hat Jahre lang sehr gerne als Koch gearbeitet. Nach dem Kochen unmittelbar ein Ergebnis auf einem Teller zu sehen, hat ihm Spaß bereitet. Mit anderen zusammenzuarbeiten, hat ihm gut gefallen. Und auch die Arbeitszeiten sind nicht mehr so extrem lang, wie früher einmal, sagt der gelernte Koch. Inzwischen arbeitet er selbst aber nicht mehr in einer Gastroküche, sondern berät andere Köche bei ihrem Fischeinkauf. Gesundheitliche Probleme durch den Job waren ein Grund dafür, dass er heute nicht mehr als Koch angestellt ist. 

"Wir hatten einen Lavasteingrill, auf dem wir klassische Grillgerichte zubereitet haben. Da entstehen doch einige Dämpfe gerade auch wegen der Hitze. Hohe Temperaturen, verbrennendes Fett - entsprechend entstehen da auch Dämpfe, die du den ganzen Tag einatmest."
Moritz Kiener, gelernter Koch
Der gelernte Koch Moritz Kiener zu Besuch im Deutschlandfunk-Nova-Studio mit Moderator Paulus Müller.
© Deutschlandfunk Nova
Der gelernte Koch Moritz Kiener zu Besuch im Deutschlandfunk-Nova-Studio mit Moderator Paulus Müller.

Insbesondere, wenn er den ganzen Tag am Lavasteingrill stehen und die fettigen Dämpfe einatmen musste, merkte er abends, dass seine Atemwege davon strapaziert waren. Lange Arbeitszeiten, stundenlang zu stehen und schwere Fässer und Töpfe zu schleppen, führten bei Moritz Kiener außerdem zu Knieschmerzen. Auch bei seinen Kollegen beobachtete er, dass viele von ihnen hinkten oder an Rückenschmerzen litten, weil sie beim Kochen zu oft eine schlechte Haltung eingenommen hatten und sich nicht helfen ließen, wenn es darum ging, schwere Lasten zu tragen.

Hohe Sterblichkeit bei Köchen

Dass der Beruf des Kochs der Gesundheit schaden kann, zeigte bereits eine norwegische Studie, die 2018 durchgeführt wurde. Ein Mediziner befragte dafür 900 Köche. Dabei fand er heraus, dass 17 Prozent der befragten Köche Atembeschwerden hatten.

In seiner Doktorarbeit stellte er außerdem fest, dass Köche zu den Berufsgruppen gehören, die eine besonders hohe Sterblichkeit haben. Mehrere frühere Studien, auch aus anderen Ländern, haben zum Beispiel ähnliche Hinweise geliefert. Demnach starben Köchinnen und Köche besonders oft an Krebs, vor allem Tumoren in der Lunge und im Verdauungsapparat.

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