Was sind die Leiden der Menschheit? 1800 Wissenschaftler haben das in einer groß angelegten Studie untersucht. Auf Platz eins steht Karies an bleibenden Zähnen.

Diese Studie umfasst Daten aus 195 Ländern. 1800 Wissenschaftler haben daran mitgewirkt. Eins der Ergebnisse ist: Als weltweit nicht-chronische Krankheit kommt am häufigsten die Erkältung vor. 17,2 Milliarden Infektionen der oberen Atemwege wurden gezählt, und zwar sowohl bei Europäern, Australiern und Amerikanern als auch bei Afrikanern und Asiaten. Im Schnitt traf es also im Jahr 2015 jeden Menschen auf der Erde zwei Mal.

Interessant sind aber auch die Erkenntnisse über die acht häufigsten chronischen Krankheiten. Das sind:

  1. Karies in den bleibenden Zähnen (2,3 Milliarden)
  2. Spannungs-Kopfschmerzen (1,5 Milliarden)
  3. Blutarmut durch Eisenmangel (1,47 Milliarden)
  4. Hörschäden (1,2 Milliarden)
  5. Migräne (959 Millionen)
  6. Genitalherpes (846 Millionen)
  7. Sehprobleme (819 Millionen)
  8. Infektion mit Spulwürmern (762 Millionen)

Die Studie gibt einen umfassenden Einblick über den Zustand der Weltbevölkerung. Die Daten lassen sich aber auch nach Ländern aufgeschlüsselt betrachten. Platz acht der häufigsten chronischen Erkrankungen zum Beispiel - die Spulwürmer im Darm - kommen eher in den Tropen vor, wo es sehr heiß ist. In Deutschland sind die Top-3-Gesundheitsrisiken hoher Blutdruck, Rauchen und zu hoher BMI. In Afrika südlich der Sahara sind es Unterernährung in der Kindheit, ungeschützter Sex und verdrecktes Wasser.

Die Menschen leben heute zehn Jahre länger als 1980

Da die ältesten Daten aus dem Jahr 1980 stammen, lässt sich die Veränderung ablesen. Wir werden heute beispielsweise zehn Jahre älter als noch vor 36 Jahren. Das liegt vor allem daran, dass wir seltener an Infektionskrankheiten leiden, wie zum Beispiel HIV oder Malaria oder Durchfallerkrankungen. Das ist vor allem für Kinder wichtig, die Kindersterblichkeit ist zurückgegangen.

Häufigste Todesursachen weltweit sind Herzerkrankungen, Durchblutungsstörungen des Gehirns und Atemwegsinfektionen.
Tina Kießling, DRadio Wissen

Gemessen wurde auch der Gesundheitszustand im Verhältnis zur Wirtschaftskraft. Da geht man ja erst einmal davon aus: Je höher die Wirtschaftskraft eines Landes ist, desto gesünder leben auch dessen Bürger. Meistens ist das auch so - hier in Europa vor allem. Auf die USA trifft das aber nicht zu. Trotz der neuen Krankenversicherung Obama Care - was nur das nötigste abdeckt - verschlechtert sich der Gesundheitszustand dort eher, was dazu führt, dass die Lebenserwartung von Amerikanern zwei Jahre unter unserer Lebenserwartung liegt. In Deutschland werden Mädchen, die 2015 geboren wurden, im Schnitt 83 Jahre alt - Jungen werden 78 Jahre alt.