Weltweit gibt es so viele Kriege und politische Gewaltkonflikte, dass man jeden Tag im Jahr über einen anderen berichten könnte. Das Projekt "365 Tage - vergessene Konflikte" will diese in Vergessenheit geratenen Konflikte in die Öffentlichkeit bringen.

Seit Beginn dieses Jahres werden 40 Kriege ausgetragen, die meisten davon innerstaatlich. In 160 politischen Konflikten, die nicht als Kriege deklariert sind, könnten mehrere Tausend Menschen ums Leben kommen. In 90 Konflikten sind die Spannungen so groß, dass Menschenleben gefährdet sind. Das Projekt "365 Tage - vergessene Konflikte" lenkt die Aufmerksamkeit auf diese Konflikte.

Konfliktdaten dienen als Frühwarnsystem

Nicolas Schwank ist Konfliktforscher und Projektgründer. Mithilfe von Daten dokumentiert er existierende Konflikte. Und er trifft Vorhersagen: Indem er Regierungen warnt, bevor ein Konflikt eskaliert.

Von vielen Konflikten bekommen wir hier in Europa gar nichts mit. Dazu gehört der Kuchi-Hazara-Konflikt in Afghanistan.

"Diese Konflikte sind aber sehr wichtig, weil sie blutig ausgetragen werden, weil Menschen zu Tode kommen und weil Menschen ihre Heimat verlassen müssen. Das geht uns alle an."
Nicolas Schwank vom Projekt "365 Tage - vergessene Konflikte"