Euch ist vielleicht schon mal aufgefallen, dass sich an bestimmten Tagen ungewöhnlich viele Insekten auf dem Fensterbrett sammeln, sogenannte Gewittertierchen. Wir sagen euch, warum das so ist.

Gewittertierchen sind "ganz harmlose" Insekten, sagt Daniela Franzisi. Sie ist Leiterin des Projekts "Insektensommer" bei der Natur- und Umweltorganisation Naturschutzbund Deutschland (Nabu).

"Gewittertierchen ist wirklich ein großer Name für die ein bis drei Millimeter großen Tierchen."
Daniela Franzisi, Projektleiterin "Insektensommer" beim Nabu

Im deutschen Sprachraum haben sie den Namen Gewittertierchen bekommen, weil sie vor allem auftauchen, wenn Gewitter anstehen. Das liegt daran, erklärt Daniela Franzisi, dass die Tierchen zwar Flügel mit Fransen daran haben, aber selbst nicht fliegen können.

Wenn Gewitter auftauchen, werden sie durch den Luftstrom und die Thermik nach unten gedrückt und sammeln sich an bestimmten Stellen. "Leider auch an Fenstern oder Türrahmen und kommen so in die Wohnung", sagt die Insektenexpertin. "Sie werden sozusagen durch das Gewitter zu uns geweht."

Luftplankton wird zu uns geweht

Diese Fortbewegung durch die Luftströmung ist auch der Grund für den anderen Namen der Gewittertierchen: Luftplankton. Also analog zum Plankton im Meer, der sich ebenfalls durch die Strömung fortbewegt.

Das Ziel der kleinen Tierchen ist aber gar nicht unsere Wohnung, sondern es sind die Pflanzen in ihr. Sie sind Pflanzensauger, erklärt Daniela Franzisi, die sich mit einem Stechrüssel an die obere Blattschicht heften und an den Blättern fressen. An den Stellen entstehen helle, silbrige Flecken. Die Pflanzen würden aber nur ein bisschen dadurch geschädigt werden.

"Die Pflanzen gehen durch die Gewittertierchen nicht kaputt. Es hält sich im Rahmen, was die Tierchen an Nahrung, Blättern und Pflanzensaft brauchen."
Daniela Franzisi, Projektleiterin "Insektensommer" beim Nabu

Weil die Gewittertierchen mit ein bis drei Millimeter Größe so winzig sind, werden sie auch nicht von einem Fliegengitter abgehalten. Wenn sich bei euch also viele kleine Tierchen kurz vor einem Gewitter sammeln, müsst ihr euch keine Sorgen machen.

Wie ihr Gewittertierchen loswerdet

Von Pflanzen könnt ihr sie einfach abwischen oder mit einer Wasserspritze wegspülen. In der Regel sterben die Gewittertierchen in der Wohnung schnell ab. Wer nicht solange warten möchte, kann sie auch mit dem Staubsauger aufsaugen oder mit einem feuchten Tuch abwischen.

Beim Bayerischen Rundfunk gibt es noch mehr Tipps zu Gewittertierchen:

  • Keine helle Kleidung tragen und auch hellblaue und knallblaue Teile im Schrank lassen: Diese Farben mögen die Fransenflügler besonders gerne.
  • Beim Joggen oder Radfahren eine Brille tragen: Einmal im Auge, sind die kleinen Tiere nur sehr schwierig zu entfernen.
  • Wenn die Plage zu groß wird: Eine blaue Leimtafel kaufen. Die Farbe zieht die Gewittertierchen an und sie bleiben am Leim kleben.