Zahlungskontengesetz! Schreckliches Wort, aber das Ding ist super. Wenn du dein Girokonto wechseln willst, muss dir die Bank jetzt helfen. Der Wechsel soll so einfach werden wie ein Nachsendeauftrag. Nur die Kosten sind noch unklar.

Vielleicht hast du auch schon überlegt, mit dem Girokonto zu einer anderen Bank zu wechseln. Macht vielleicht Sinn, denn in Zeiten der Niedrigzinsen erheben manche Banken Gebühren für Konten, die bislang gratis waren.

Aber klar: Der Stress das Konto zu wechseln, schreckt ab. Man muss alle Abbuchungen ändern. Außerdem dem Chef, den Eltern oder der Oma die neuen Kontodaten geben und so weiter.

Die neue und alte Bank regeln den Umzug für dich

Doch das soll sich ändern. Du ziehst nicht mit deinem Konto um, sondern du lässt umziehen, sagt Wirtschaftsjournalist Jörg Brunsmann. Dafür sorgt das Zahlungskontengesetz, das ab dem 18. September 2016 gilt. Dann müssen dir beim Wechsel die neue und die alte Bank helfen. Dafür musst du der neuen Bank einen Auftrag unterschreiben, den Umzug zu erledigen. Die neue Bank übernimmt dann von der alten alle bestehenden Aufträge der vergangenen 13 Monate.

Aber die Bank soll dir nicht nur bei den Abbuchungen helfen, sondern auch bei den Einzahlungen auf dein Konto. Dafür fragt dich die Bank, wer vom Wechsel informiert werden soll.

Wechsel binnen zwei Wochen

Laut Gesetz muss der Umzug des Kontos innerhalb von 12 Geschäftstagen erfolgen. Ob das immer klappt, ist noch unklar. Aber klar ist, dass die Banken sich nicht ewig Zeit lassen können.

"Die Europäische Union will mit dem Gesetz ganz klar für mehr Wettbewerb im Bankenbereich sorgen."
Wirtschaftsjournalist Jörg Brunsmann

Und wer hat sich das ausgedacht? Die EU steckt hinter dem Zahlungskontengesetz. Damit will sie für mehr Wettbewerb sorgen. Denn bislang wechselt niemand so einfach sein Konto - der Aufwand ist zu hoch. Fast drei Viertel der Menschen in Deutschland sind noch nie mit dem Girokonto umgezogen.

Wie viel der Nachsendeantrag für das Girokonto kosten wird, ist noch unklar. "Soll eigentlich umsonst sein", sagt Jörg. Doch sicher ist das nicht. "Das müssen wir abwarten", so Jörg. Vielleicht übernimmt auch die neue Bank die Kosten, falls es welche geben wird.